Vorstellung Nissan Qashqai : Sportlich? Nein Danke!

Der Qashqai ist ein Kassenschlager. Da will Nissan bei der Neuauflage natürlich nichts falsch machen. Man setzt auf frische Optik und neue Motoren. Gerade die Antriebe können aber nicht alle überzeugen.

Martin Lewicki
Guckt grimmig: Die Designer haben beim neuen Nissan Qashqai vor allem an der Haube und dem Kühlergrill gearbeitet. Neu sind die LED-Tagfahrleuchten.
Guckt grimmig: Die Designer haben beim neuen Nissan Qashqai vor allem an der Haube und dem Kühlergrill gearbeitet. Neu sind die...Foto: Hersteller

Selbstbewusst gibt sich Nissan, wenn von seinem Qashqai die Rede ist. Nicht ganz ohne Grund, denn als das Kompakt-SUV vor sieben Jahren auf den Markt kam, da traf es den Nerv der Zeit. Und das gilt bis heute, denn dieses Segment boomt immer noch. 1,5 Millionen Verkäufe in Europa sprechen eine klare Sprache. Was gibt es da zu ändern? Laut Produktmanager Stewart Callegari wurde die zweite Generation in Details und Design verbessert. Es fiel sogar das Wort Premium in Zusammenhang mit dem Qashqai.

Und tatsächlich erfreut der Anblick der Neuauflage. In allen Dimensionen hat er leicht zugelegt, was aber zu einer gefälligen, dynamischen Erscheinung führt. Das Interieur überzeugt mit moderner Optik, guter Verarbeitung und ansprechenden Materialien. Da gibt es nichts zu meckern. Die Bedienung von Schaltern und Hebeln erschließt sich wie von selbst. Vor allem in der Breite ist der Neue luftig geraten und bietet viel Platz. Und trotz der niedrigeren Karosserie gibt es mehr Kopfraum als im Vorgänger. Auch das Kofferraumvolumen stieg auf nun 430 Liter bis 1.585 Liter bei umgelegter Rücksitzbank. Nur einen Fauxpas leistet sich der Nissan Qashqai: die kurzen Oberschenkelauflagen der Sitze sind für größere Menschen, milde gesagt, suboptimal. Eine ausziehbare Oberschenkelauflage würde sofort Abhilfe schaffen. Schade, denn sonst leistet sich der Qashqai keine gravierenden Schwächen im Innenraum.

Großer Diesel mit Automatik etwas antriebsschwach

Der Nissan Qashqai 2014 bleibt bei kompakten Abmessungen, auch wenn er in allen Dimensionen gewachsen ist.
Der Nissan Qashqai 2014 bleibt bei kompakten Abmessungen, auch wenn er in allen Dimensionen gewachsen ist.Foto: Hersteller

Was auf der ersten Ausfahrt sofort auffällt, ist der leise Antrieb. Sowohl die beiden Diesel als auch der kleine Benziner arbeiten sehr dezent im Hintergrund. Insbesondere die Selbstzünder begeistern mit niedrigen Geräuschpegeln und hoher Laufruhe. Sie könnten locker als Benziner durchgehen. Trotzdem hat uns der Größere in Kombination mit der neuen Automatik am wenigsten überzeugt. Weder spritzig noch angemessen sparsam konnte er sich in Szene setzen. Das macht der Kleine mit Handschaltung und seinen 110 PS Leistung besser. Bis auf ein leicht zu verschmerzendes Turboloch unterhalb von 1.500 Umdrehungen, hat er wenig Mühe dank seiner 260 Newtonmeter, den 1,4 -Tonner auf Autobahntempo zu beschleunigen.

Das Interieur ist ganz gut gelungen. Einzig die Sitzflächen sind etwas kurz geraten.
Das Interieur ist ganz gut gelungen. Einzig die Sitzflächen sind etwas kurz geraten.Foto: Hersteller

Runter von der Autobahn schwimmt man lässig im Stadt- und Landstraßenverkehr mit. Kein Wunder, dass dieser kleine Dieselmotor (aus der Kooperation mit Renault) Nissans ganzer Stolz ist, denn damit schafft der Qashqai als Einziger im Crossover-Segment einen CO2-Ausstoß von 99 Gramm auf 100 Kilometer, was einem Verbrauch von 3,8 Liter Diesel entspricht. Wir erreichten ohne große Anstrengung im gemischten Verkehr mit Höchstgeschwindigkeiten von 120 km/h einen Wert von 4,6 Liter. Auch der kultivierte Benziner passt nicht schlecht zum Nissan Quashqai. Trotz der 115 PS ist man ausreichend gut motorisiert. Nissan nennt hier einen Durchschnittsverbrauch von 5,6 Liter, wobei wir laut Bordcomputer auf 6,8 Liter bei entspannter Fahrweise kamen. Unsere Empfehlung gilt ganz klar dem kleinen Diesel.

Windgeräusche an der A-Säule

Trotz der hohen Ladekante ist der Nissan Qashqai ein Praktiker. 430 Liter sind es normal, bei umgelegten Sitzen werden es 1585 Liter Kofferraumvolumen.
Trotz der hohen Ladekante ist der Nissan Qashqai ein Praktiker. 430 Liter sind es normal, bei umgelegten Sitzen werden es 1585...Foto: Hersteller

Gemeinerweise offenbart der leise Antrieb eine kleine Schwäche des Nissan Qashqai: Ab etwa 120 km/h treten seitlich an der A-Säule Windgeräusche in den Vordergrund. Und auch das Poltern der großen 19-Zoll-Räder bei Schlaglöchern ist deutlich vernehmbar. Beim Thema technische Innovationen legt der Qashqai ordentlich nach. Das sogenannte Nissan Safety Shield umfasst einen autonomen Notbremsassistenten, Übermüdungswarner, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistenten, Toterwinkel-Warner, Bewegungserkennung (beim Ausparken) und Fernlichtassistenten. Neu sind auch die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer, das NissanConnect mit Smartphone-Integration und den Zugriff auf Apps sowie ein Around View Monitor für 360 Grad Rundumsicht samt Einparkhilfe. Damit ist man auf der Höhe der Zeit und gleichzeitig vielen Konkurrenten voraus.

Ein Dynamiker ist der Nissan Qashqai nicht, aber mit dem kleineren Diesel ist der Japaner ein sparsames Auto.
Ein Dynamiker ist der Nissan Qashqai nicht, aber mit dem kleineren Diesel ist der Japaner ein sparsames Auto.Foto: Hersteller

Je länger wir mit dem Nissan Qashqai unterwegs waren, desto mehr erschloss sich uns sein Erfolgsrezept: Von außen ist er gefällig gestylt als dynamischer SUV-Ableger mit kompakten Abmessungen (4,37 Meter Länge). Im Innenraum bietet er die angenehm erhöhte Sitzposition und ein wohnliches Ambiente mit ausreichendem Platzangebot. Man kann ihn mit Allradantrieb und Automatikgetriebe ordern, muss man aber nicht. So spart man sich den Aufpreis und den erhöhten Kraftstoffkonsum. Und nicht zuletzt sind es die vernünftigen Motoren, die nicht auf Leistung, sondern auf Sparsamkeit setzen und so den Nerv vieler Europäer treffen. Deshalb verkündete der Produktmanager ganz selbstbewusst: "Der Qashqai ist kein Sportwagen. Wir wollten keinen GTI entwickeln." Eine klare Aussage.

Preise und Ausstattungen: Unter 20 000 geht es los, komfortabel wird es bei mehr als 30 000 Euro

Der Nissan Qashqai kommt Mitte Februar zunächst mit drei Motorisierungen sowie in drei Ausstattungsvarianten auf den deutschen Markt. Den größeren 1,6 Liter großen Diesel gibt es nur in den höheren Ausstattungsvarianten Acenta und Tekna sowie optional mit stufenlosem Automatikgetriebe (Xtronic) oder mit Allradantrieb. In der Basislinie gibt es schon Bluetooth und ein fünf Zoll großes farbiges HD-Display. Außerdem ist ab einem Preis von 19 940 Euro (1,2 Liter Benziner) eine Geschwindigkeitsregelanlage enthalten.

Die mittlere Ausstattungslinie Acenta ist das Highlight neben Zweizonen-Klimaautomatik und dem flexibel konfigurierbaren Kofferraumabteil "Flexi Board", das Nissan Safety Shield mit Notbrems- und Spurhalteassistenten, sowie Verkehrszeichenerkennung und Fernlichtassistenten. Zu haben ab 22 900 Euro für den kleinen Benziner.

Bei der höchsten Ausstattungslinie Tekna erhält der Kunde zusätzlich Full-LED-Scheinwerfer mit geringem Energieverbrauch, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein großes Panorama-Glasdach und rundum Einparksensoren. Hinzu kommt die jüngste Generation des Infotainment- und Navigations-Systems NissanConnect samt Sieben-Zoll-Touchscreen, Digitalradio, Around View Monitor für 360 Grad Rundumsicht und Smartphone-Anbindung. Den kleinen Benziner gibt es mit dieser Ausstattung ab 27 450 Euro, der große Diesel kostet dann schon 31 540 Euro.

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