Vorstellung Porsche Macan : Wenn schon, denn schon

Auch Porsche steigt jetzt bei den kompakten SUVs ein. Der Porsche Macan soll Absatz bringen, aber exklusiv bleiben. Vor allem aber bringt er eine Menge Fahrspaß.

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Mehr Sportler als Offroader: Der Porsche Macan fühlt sich, mit seinen bärenstarken Turbo-Benzinern zumindest, auf der Rennstrecke wohler als im Gelände.
Mehr Sportler als Offroader: Der Porsche Macan fühlt sich, mit seinen bärenstarken Turbo-Benzinern zumindest, auf der Rennstrecke...Foto: Porsche

In der Autobranche herrscht Goldgräberstimmung. Nicht, dass die Automärkte jetzt plötzlich wieder boomen würden. In Europa herrscht immer noch Flaute und lediglich China und die USA schmücken die Bilanzen zumindest einiger Hersteller mit zweistelligen Zuwachsraten. Nein, einen Boom gibt in "good old Europe" nur bei den SUVs, genauer gesagt bei den kompakten. Die legen beim Absatz ein Rekordjahr nach dem anderen hin. Ganz gleich, ob sie von vielen Großstadtbewohnern verachtet werden, der Kundschaft ist das reichlich egal. 1,3 Millionen der selten geländegängigen, dafür leicht erhöhten und oft auch trinkfesten Gesellen werden in diesem Jahr wohl weltweit verkauft werden. Bis zum Jahr 2024 soll dieses Segment auf dann 1,8 Millionen Fahrzeuge weiter wachsen. Zum Vergleich: 2007 fielen unter diese Klassifizierung gerade mal 434 000 verkaufte Autos.

Welcher Hersteller könnte da schon widerstehen? Die Neuheiten der letzten Jahre zeigen: So gut wie keiner. Mehr als 64 Modelle stehen mittlerweile in dieser Klasse zur Auswahl. Und es ist alles dabei. Von Fiat über VW und Opel bis zu den Edel-Herstellern, wie eben jetzt auch Porsche. Ja, selbst Porsche gibt ein gutes Stück Exklusivität auf und bringt ein Kompakt-SUV auf den Markt. Die Marke, die einst für die Sportwagen-Ikone 911 und sonst nichts stand, will auch ein Stück vom dicken Kuchen abhaben. Der Erfolg des Cayenne hat Lust auf mehr gemacht und da mögen sich selbst die Zuffenhausener nicht vornehm zurückhalten.

Spagat aus Zuffenhausen - Der Sportwagen unter den SUV
Edler Kompakter: Auch Porsche will auf dem umkämpften Markt der Kompakt-SUVs punkten und greift mit dem Macan an.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: Promo
21.02.2014 09:50Edler Kompakter: Auch Porsche will auf dem umkämpften Markt der Kompakt-SUVs punkten und greift mit dem Macan an.

"Sportwagen unter den SUVs"

Um den neuen Porsche Macan in diesem Überangebot von der Konkurrenz abzugrenzen werden die guten alten Traditionen beschworen. Porsche will den "Sportwagen unter den SUVs" bauen. Dazu wurde beim Design des Macan natürlich vor allem der legendäre 911er zitiert. Aber auch die Verwandtschaft mit dem Cayenne ist dem Auto wortwörtlich ins Gesicht geschrieben. Vor allem aber steht der Macan ziemlich flach auf den Rädern. Gerade mal 1,62 Meter ist das Auto hoch und deutet damit gleich auf das passendste Einsatzgebiet hin: Dieses Auto ist vor allem auf der Straße zu Hause.

Das bedeutet zwar nicht, dass er nicht im Gelände vorwärts kommt. Das Allradkonzept des Porsche Macan entspricht in etwa dem des Cayenne und ist damit ähnlich leistungsfähig. Eine aktiv geregelte Lamellenkupplung kommt hier zum Einsatz, dass selbstsperrende Torsen-Mittendifferential des großen Bruders gibt es hingegen für den Macan nicht. Aber ein Rampenwinkel von 17 Grad oder eine Wattiefe von 30 Zentimetern zaubern echten Offroad-Fans kaum mehr als ein müdes Lächeln ins Gesicht. Mehr noch als bei anderen SUVs schränkt beim Porsche Macan die Karosserie die Anwendungen abseits der Straße ein. Die optionale Luftfederung, die Porsche seinen Kunden anbietet, verschafft hier etwas Abhilfe, denn im Offroad-Modus wird die Bodenfreiheit um 40 Millimeter auf dann 23 Zentimeter angehoben.

Porsche Macan startet mit zwei Turbo-Benzinern und einem Diesel

Aber er will ja auch Sportwagen sein und dafür benötigt es vor allem Kraft unter der Haube. Für diese Anforderung sind drei Motoren zum Marktstart Anfang April verantwortlich. Auch beim Porsche Macan wird es einen Diesel-Antrieb geben, der – da dürften echte Porsche-Fans wieder aufheulen – sicher die höchsten Verkaufszahlen unter den Antrieben erreichen wird. Der V6 wird von Audi zugeliefert, leistet 258 PS und bietet zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen pro Minute ein Drehmoment von 580 Newtonmeter an. Entweder liegt es an der Erwartungshaltung oder an dem früh schwindenden Drehmoment, aber auf den ersten Testkilometern hinterließ der Diesel-Porsche nicht den agilsten Eindruck, obwohl wir die erste Runde bewusst mit dem Selbstzünder gedreht haben.

Das Interieur des Porsche Macan bietet für Kenner der Marke wenig Überraschungen.
Das Interieur des Porsche Macan bietet für Kenner der Marke wenig Überraschungen.Foto: Porsche

Der zweite von Beginn an lieferbare Motor ist ein Sechszylinder mit 340 PS aus drei Litern Hubraum. Dieser Antrieb fühlt sich vom Fleck weg wie ein Porsche an, wird vom serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe immer im richtigen Drehzahlbereich gehalten und sprintet in beachtlichen 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. An dieser Stelle muss noch mal die Luftfederung erwähnt werden, die den Macan um weitere 10 Millimeter auf 18 Zentimeter Bodenfreiheit absenkt und ihn mit ihrer Abstimmung tatsächlich in die Nähe eines Sportwagens bringt. Zusammen mit dem Sport-Chrono-Paket, das Getriebe, Fahrwerk und Gaskennlinie nochmals sportlicher justiert, zeigt schon der kleine Otto-Motor eine beachtliche Vorstellung. Die Dynamik des kleineren Benziners wird vom Porsche Macan Turbo dann aber endgültig in den Schatten gestellt. Der 3,6 Liter große V6-Biturbo bringt es auf glatte 400 PS und in der Beschleunigung auf 100 Stundenkilometer liegt er mit 4,8 Sekunden auf Sportwagen-Niveau. Beim Verbrauch hingegen schafft es der Antrieb in der Normrunde im Optimalfall auf 9,2 Liter.

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