Vorstellung Skoda Rapid Spaceback : Willkommen im Golf-Club

Der Skoda Rapid Spaceback wird für Bewegung in der Kompaktklasse sorgen. Typisch Skoda vereint er gute Komponenten mit einem ordentlichen Preis. Und jetzt passt es auch im Innenraum.

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Der Skoda Rapid Spaceback dürfte die Kompaktklasse ordentlich durcheinander wirbeln.
Der Skoda Rapid Spaceback dürfte die Kompaktklasse ordentlich durcheinander wirbeln.Foto: Hersteller

Fragen wir zu Beginn doch gleich mal ganz ketzerisch: Dürfen die denn das? Da bietet also Skoda in der beliebten Kompaktklasse erstmals ein Auto an. Aber eines, das so groß ist wie ein Audi A3 Sportback, jedoch noch weniger kostet als ein VW Polo. Der Rapid Spaceback soll zwar gegen Hyundai, Kia und Co antreten, doch auch so mancher Golf-Interessent könnte schwach werden. Denn der Tscheche bietet - trotz seines wenig aufregenden Designs, das nicht so expressiv wirkt wie das des ebenfalls am 18. Oktober startenden neuen Mazda 3 - so manche Überraschung. Wer beispielsweise annimmt, dass angesichts eines Einstiegspreises von 14 990 Euro der Rotstift gewütet haben muss, wird nun eines Besseren belehrt - und darf sich freuen.

Mit seinem riesigen Glasdach ist der Skoda Rapid Spaceback fast einzigartig in seiner Klasse.
Mit seinem riesigen Glasdach ist der Skoda Rapid Spaceback fast einzigartig in seiner Klasse.Foto: Hersteller

Die Tschechen haben unerwartet schnell und konsequent auf Fehler reagiert. Als vor gut einem Jahr der Rapid startete, hagelte es von allen Seiten Kritik: Gutes Auto, aber was sollen die billigen Materialien im Innenraum? Der Spaceback sieht innen viel wertiger aus: bessere Kunststoffe, neue Sitzbezüge und -polster, hochwertige Blenden statt Hartplastik sowie ein neues Dreispeichenlenkrad, das auch in einem Golf verbaut sein könnte. Mit seiner peniblen Verarbeitung steht dieser Skoda Volkswagen ohnehin nicht nach. Weitere Überraschung offenbart der Spaceback beim Fahren. Auch da haben die Tschechen reagiert: Der 4,30 Meter lange Kompakte federt jetzt deutlich geschmeidiger als die 18 Zentimeter längere Rapid-Stufenhecklimousine, von der er abstammt. Die neue elektrisch-mechanische Servolenkung reagiert präzise und lässt - für den, der dies wünscht - sogar einen Schuss Sportlichkeit aufkommen.

Selbst Hünen finden Platz

Nein, der Spaceback ist kein tröger Typ, vielmehr ein guter Kumpel für den Alltag, der vieles mitmacht: gut einsteigen, bequem fahren, vier Leute ohne Stress mitnehmen, günstig reisen und als Kleintransporter fungieren. 415 Liter Kofferraumvolumen bietet kein anderer Kompakter. Es lässt sich auf 1380 Liter erweitern (Golf 380 bis 1270 Liter). Dass nach dem einfachen Umlegen der Rücksitzlehne eine Stufe entsteht, und die Ladefläche nicht eben ist, lässt sich da verschmerzen. Die größte Überraschung bietet das Passagierabteil. Vorn sitzt man fast so wie in einem Golf; die acht Zentimeter geringere Innenbreite registriert man zwar, sie stört indes nicht. Das kürzer bauende Cockpit nach Vorbild des Audi A3 sorgt für ein luftigeres Raumgefühl als im Golf. Im Fond bietet der Spaceback sogar ähnlich viel Raum wie der deutlich größere Passat. Selbst 1,90-Meter-Hünen reisen entspannt, ohne dass der Vordermann seinen Sitz zu weit nach vorn schieben muss. Da fährt der Spaceback in der Kompaktklasse in einer eigenen Liga, weit vor dem Golf!

Materialien und Verarbeitung sind deutlich besser als Skoda Rapid Stufenheck.
Materialien und Verarbeitung sind deutlich besser als Skoda Rapid Stufenheck.Foto: Hersteller

Aus dem großen VW-Regal durften sich die Tschechen bei Motoren und Getrieben bedienen: drei Turbobenziner mit 86, 105 und 122 PS sowie zwei Diesel mit 90 und 105 PS. Wir sind den stärksten Benziner gefahren, den es nur mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ab 20 750 Euro gibt. Eine feine Kombination aus leisem Motor und ruckfrei schaltender Automatik. Höchstgeschwindigkeit 203 km/h; Null bis Tempo 100 in 9,4 Sekunden. Der theoretische Normverbrauch von 5,8 Litern pegelte sich im Alltag bei uns um die sieben Liter ein. Weitere Überraschung: Im Skoda Rapid Spaceback macht sogar der kleinste Benziner mit 86 PS richtig Freude, denn die Tschechen haben ohne teure Materialien ein leichtes Auto hinbekommen: nur 1130 Kilo inklusive Fahrer! Dafür dürfen stramme 535 Kilogramm zugeladen werden.

Günstig, aber kein Preisbrecher

Der Einstiegspreis für diese Active-Einstiegsversion ist mit 14 990 Euro sehr ambitioniert, denn an Bord sind bereits sechs Airbags, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Bordcomputer und eine Audiosystem. Für 1085 Euro noch eine Klimaanlage; fertig ist das ausreichende Auto für den Alltag. Allerdings, ein Preisbrecher ist der Skoda Rapid Spaceback damit nicht, diese Zeiten sind bei den Tschechen vorbei. Der neue mutiger gestaltete Mazda 3 ist bei ähnlicher Leistung und Ausstattung sogar noch etwas günstiger. Das wird spannend. Und was haben die Tschechen für Vielfahrer? Der neue 1.6er Spardiesel mit 90 PS (ab 17 790 Euro) entpuppt sich als rauer Geselle mit treckerähnlichem Nageln unter Last. Dafür zieht er lässig los, obwohl die Dieselversion 130 Kilogramm schwerer als der Benziner ist. Das spürt man bei der Handlichkeit.

Praktische Seite: Der Kofferraum des Skoda Rapid Spaceback ist 415 Liter richtig groß. Vor allem aber dürfen 535 Kilo zugeladen werden.
Praktische Seite: Der Kofferraum des Skoda Rapid Spaceback ist 415 Liter richtig groß. Vor allem aber dürfen 535 Kilo zugeladen...Foto: Hersteller

Top: Auch im Alltag bleibt der Verbrauch unter fünf Liter. Die empfehlenswerte mittlere Ambition-Ausstattung kostet hier 19 650 Euro. Und für schlanke 600 Euro gibt es Xenon-Scheinwerfer inklusive Reinigungsanlage sowie Nebellampen mit integriertem Abbiegelicht; viel günstiger als bei anderen Konkurrenten in dieser Klasse.

Ein Geheimtipp

Der neue Skoda Rapid Spaceback kann ab sofort beim Skoda-Händler bestellt werden; ab dem 18. Oktober wird ausgeliefert. Für uns ist dieses Auto ein Geheimtipp: Ein vernünftiger Kompakter mit sehr viel Platz zu einem vernünftigen Preis; ohne teure Assistenzsysteme. Mit ordentlicher Qualität ohne Premiumaufschlag. Wer braucht da noch einen teuren Golf?

Geheimtipp: Der Skoda Rapid Spaceback sollte so einige Kunden überzeugen können.
Geheimtipp: Der Skoda Rapid Spaceback sollte so einige Kunden überzeugen können.Foto: Hersteller

P.S.: Anders als beim Stufenheckmodell Skoda Rapid, das mit ganz wenigen Modifikationen auch als Seat Toledo angeboten wird, bekommt der Rapid Spaceback keinen Bruder bei Seat. Dieses Auto bleibt so exklusiv ein Skoda wie das in der Kompaktklasse riesige, aus einem Stück gefertigte Glasdach, das ein bisschen an einen Tabletrechner erinnert. Cool, was?

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