Vorstellung Subaru Levorg : Der Individualist

Kombi, Van, SUV - wer ein geräumiges Auto sucht, hat die Qual der Wahl. Und immer mehr Autos liegen irgendwo dazwischen, klauen sich hier etwas vom Geländewagen, dort etwas von der Limousine. So auch der neue Subaru Levorg...

von
Kombi aus Limousine und Kombi? Oder doch eher SUV? Der neue Subaru Levorg löst die erst vor sechs Jahren eingeführte Legacy-Baureihe ab.
Kombi aus Limousine und Kombi? Oder doch eher SUV? Der neue Subaru Levorg löst die erst vor sechs Jahren eingeführte...Foto: Hersteller

Deutschland ist Kombiland und SUVs werden immer beliebter. So die landläufige Meinung. Doch sie stimmt nicht ganz. Laut einer neuen Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2015" steht der Kombi in der Gunst der Käufer erst an dritter Stelle, gleichauf an der Spitze liegen Kleinwagen und Limousine. Und lediglich fünf Prozent gehen auf das Konto von SUV.

Und was macht Subaru, der weltgrößte Hersteller von Allradautos, der bislang über 14 Millionen vierradgetriebener Autos gebaut hat und der schon immer etwas anders tickt als die breite Masse? Die erst vor sechs Jahren eingeführte Legacy-Baureihe mit Limousine und Kombi läuft in Europa aus. Sie wird quasi ersetzt durch den neuen Levorg. Diese etwas sperrige Bezeichnung basiert auf der Kombination von Legacy, Revolution und Touring. Dieser Levorg ist ein Kombi, der ganz anders ist. Kein Auto für Jedermann, eines für Individualisten.

Subaru Levorg nur mit einem einzigen Benziner

Der Levorg ist Subarus erster wirklicher Sportstourer, der technische Feinheiten und Chassiskomponenten vom Hochleistungssportler WRX STI übernehmen durfte. Der bullig wirkende Japaner besitzt zwar keine Offroad-Anbauten, verfügt aber über den Subaru-typischen Allradantrieb, mit dem unbefestigte Wege kein Problem sind, wenn der Fahrer die mit 13,5 Zentimetern eher knapp bemessene Bodenfreiheit stets im Hinterkopf hat. Wer etwas tiefer ins Unwegsame vordringen will, für den gibt es ja noch den 2014 stark überarbeiteten Subaru Outback als eigenständiges Crossover-Modell.

Der Subaru Levorg bietet mit 522 Litern Kofferraumvolumen fast so viel Laderaum wie sein Vorgänger. Mit umgeklappter Rücksitzlehne verlängert sich die Ladefläche sogar auf 1,87 Meter.
Der Subaru Levorg bietet mit 522 Litern Kofferraumvolumen fast so viel Laderaum wie sein Vorgänger. Mit umgeklappter Rücksitzlehne...Foto: Rainer Ruthe

Ganz anders ist der Levorg auch bei den Wahlmöglichkeiten: Es gibt nur einen Benziner und den auch nur mit einem stufenlosen Automatikgetriebe. Einen Diesel wird es ebenso wenig geben wie eine Schaltversion. Doch dieses Minimalangebot muss kein Nachteil sein, wie sich bei unserer ersten Testfahrt herausstellen wird.

Der Levorg sieht stattlicher aus, als er von den Maßen her tatsächlich ist. Mit 4,69 Meter Länge ist er zehn Zentimeter kürzer als der abgelöste Legacy Kombi, bietet dennoch mit 522 Litern Kofferraumvolumen fast so viel Laderaum wie der Vorgänger. Und damit mehr Volumen als der 23 Zentimeter längere Opel Insignia Country, der nach ähnlichem Strickmuster aufgestellt ist. Klappt man beim Subaru die Rücksitzlehnen um, bequem per Fernentriegelung, so entsteht eine 1,87 Meter lange ebene Ladefläche.

Subaru Levorg erstmals mit Start-Stop-Automatik

Optisch trickst der Levorg etwas. Die markante Hutze auf der Motorhaube signalisiert Subaru-Kennern: Hier steckt ein leistungsstarker Turbo drin. Doch unter der Haube sitzt „nur“ ein 170 PS starker Benziner. Immerhin handelt es sich hierbei um die neueste Boxermotor-Generation von Subaru: 1,6 Liter Hubraum, ein Drehmoment von 250 Newtonmetern über einen weiten Drehzahlbereich von 1800 bis 4800 Umdrehungen pro Minute. Die Kombination von Direkteinspritzung und Twin-Scroll-Turbolader garantiert höhere Literleistung und niedrigeren Kraftstoffverbrauch als bei früheren Motorgenerationen.

Der Subaru Levorg ist mit 4,69 Meter Länge ganze zehn Zentimeter kürzer als der abgelöste Legacy Kombi, wirkt aber dank einiger Design-Tricks durchaus stattlich.
Der Subaru Levorg ist mit 4,69 Meter Länge ganze zehn Zentimeter kürzer als der abgelöste Legacy Kombi, wirkt aber dank einiger...Foto: Hersteller

Der kleine Boxer ist der erste bei Subaru mit einer Start-Stopp-Automatik. Sie funktioniert perfekt. Der Vierzylinder kennt kein Turboloch, dreht sauber hoch, arbeitet vibrationsfrei und arbeitet überhaupt sehr leise. Eine gelungene Neukonstruktion. Die flach bauende Konstruktion hat positive Auswirkungen auf die Fahrstabilität. Bei tiefem Schwerpunkt wie beim Subaru neigt sich das Auto weniger zur Seite und bleibt stabiler. Hinzu kommt beim Levorg noch der permanente Allradantrieb, der vor allem in Kurven und auf rutschigen Fahrbahnen gegenüber Front- und Heckantrieb Vorteile bietet. Ist die Stabilitätsgrenze erreicht, greift die elektronische Fahrdynamikregelung VDC sowohl über die Allrad-Drehmomentverteilung als auch über die Motorsteuerung und die Bremsen an den einzelnen Rädern ein, um das Auto wieder zu stabilisieren. Das geschieht weich und vermittelt ein gutes Gefühl der Sicherheit.

Sportlich und entspannt unterwegs

Satt liegt der mit 1537 Kilogramm vergleichsweise leichte Sportkombi auf der Straße, lässt sich mit der präzisen Lenkung zentimetergenau dirigieren. Das macht schon richtig Spaß. Vor allem dann, wenn man im Sport-Modus des SI-Drive-Fahrprofilsystems unterwegs ist. Dann wechselt beim zügigen Niederdrücken des Gaspedals die Automatik, von Subaru Lineartronic genannt, von der stufenlosen Kraftübertragung sofort zu geschalteten Gangwechseln. Das stufenlose Getriebe ahmt dann die Wirkungsweise einer konventionellen Wandlerautomatik nach. Der ganz sportlich ausgerichtete Fahrer kann die „Gangwechsel“ aber auch selbst in die Hand nehmen. Im manuellen Modus stellt die Lineartronic nämlich sechs definierte Schaltkennlinien zur Verfügung.

Ungewohnt edel: Beim Interieur hat der Subaru Levorg ordentlich zugelegt in Sachen Komfort, Material und Verarbeitung. Serienmäßig gibt es unter anderem das Soundsystem, Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung, Rückfahrkamera, Regensensor und Telefon-Freisprecheinrichtung mit Lenkradbedienung.
Ungewohnt edel: Beim Interieur hat der Subaru Levorg ordentlich zugelegt in Sachen Komfort, Material und Verarbeitung. Serienmäßig...Foto: Hersteller

Der Levorg startet jedoch grundsätzlich im sogenannten Intelligent-Modus, wo die Elektronik das Optimum zwischen Effizienz, Komfort und Vortrieb sucht. Diese Einstellung ist auch hilfreich, um auf schwierigen Untergründen wie verschneiten oder schlüpfrigen Straßen sicher unterwegs zu sein. Auch hier kann der Fahrer über die Paddel am Lenkrad in die manuelle Schaltebene wechseln. Das Ganze funktioniert überraschend gut, und die Vorurteile über stufenlose Getriebe mit ihrem Gummibandeffekt können im Levorg fast vergessen werden. Der neue Turbo-Boxer und die neueste Generation der Lineartronic harmonieren bestens.

Entspannt? Aber sicher. Sportlich? Auch das, wenn man nicht auf gnadenloses Kurvenräubern aus ist. Subaru gibt einen Normverbrauch von 7,1 Litern pro 100 Kilometer an. Bei unserer Testfahrt waren es bei teils flotter Autobahnfahrt 8,4 Liter. Doch selbst Werte unter sieben Liter sind bei gemäßigter Fahrweise möglich. Bei recht forscher Fahrt werden es allerdings schnell zweistellige Werte.

Sorglosgarantie mit Seltenheitsbonus

Trotz der bei unserem Testwagen monierten 18-Zoll-Aluräder federt der Levorg überaus komfortabel und filtert die meisten Straßenunebenheiten geschmeidig weg. Ein Auto also zum flotten und ebenso entspannten Reisen mit einem für Subaru ungewohnt edlen Innenraum, in dem man sich einfach wohl fühlt. Mit den Assistenzsystemen hat es Subaru allerdings nicht so. Für den neuen Levorg sind gerade mal ein Fernlichtassistent, ein Totwinkel- und ein Querverkehrassistent im Angebot.

Der neue Subaru Levorg ist seit dem 26. September beim Händler - zunächst nur in drei Modellversionen. Dafür aber mit einem überdurchschnittlichem Preis-Leistungs-Verhältnis und einem Fünf-Jahres-Sorglosangebot mit Vollgarantie und Mobilitätsgarantie.
Der neue Subaru Levorg ist seit dem 26. September beim Händler - zunächst nur in drei Modellversionen. Dafür aber mit einem...Foto: Hersteller


Der neue Subaru Levorg ist am 26. September mit nur drei Modellversionen gestartet, dafür mit einem überdurchschnittlichem Preis-Leistungs-Verhältnis sowie einem Fünf-Jahres-Sorglosangebot (Vollgarantie und Mobilitätsgarantie bis 160000 Kilometer), das in dieser Branche so einmalig ist. Los geht es bei 28.900 Euro für die Version Trend. Serienmäßig unter anderem mit Allradantrieb, Automatik, LED-Scheinwerfer, Soundsystem, Aluräder, Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung, Rückfahrkamera, Regensensor, Telefon-Freisprecheinrichtung mit Tasten am Lenkrad.

Zum Vergleich: Ein VW Passat Alltrack, allerdings mit 220 PS starkem Benziner, ist gut 11.000 Euro teurer. Und selbst ein kleinerer Seat Leon X-Perience mit 180-PS-Benziner kostet noch 4000 Euro mehr. Dennoch wird ein Subaru Levorg nun nicht gerade an jeder Straßenecke stehen wie ein VW Passat. Aber vielleicht macht gerade das seinen besonderen Reiz aus.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben