Vorstellung Subaru WRX STI : Die Legende bebt und grollt

Hutze auf der Motorhaube, brachialer Heckspoiler, Rallye-Geschichte: Der Subaru WRX STI ist ein Mythos. Schon deshalb, weil sich keiner mehr traut, so ein Auto zu bauen.

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Typisch Subaru. Der Vierzylinder-Boxer wird über die klassische Hutze in der Haube beatmet. Im Grill prangt das STI-Zeichen.
Typisch Subaru. Der Vierzylinder-Boxer wird über die klassische Hutze in der Haube beatmet. Im Grill prangt das STI-Zeichen.Foto: promo

Der gigantische Heckspoiler, die Hutze auf der Motorhaube, der böse Blick in der Front - Das wirkt alles wie aus den 1980er Jahren. Ist das Retro oder jetzt ernst gemeint? Der Subaru WRX STI wirkt wie aus der Zeit gefallen. Brachial, prollig. Dennoch schaut uns fast jeder Teenager hinterher, als wir über die norddeutschen Dörfchen poltern. Ein Heckblech so groß wie die Theke einer Frittenbude - das gilt doch heute eher als uncool und prollig. Gerade bei Teens, die mehr auf ihr Handy als auf die Straße schauen. Dennoch: Die Teenies sehen einen alten Bekannten von der Spielkonsole. Bei "Need for Speed" ist das Modell Dauergast und einer der Stars. Die staunen umso mehr den jetzt in echt zu sehen.

Fahrelerbnisschalter. Motorcharakteristik und Allradabstimmung werden über Schalter in der Mittelkonsole bestimmt. Damit wird der WRX in drei Stufen noch giftiger.
Fahrelerbnisschalter. Motorcharakteristik und Allradabstimmung werden über Schalter in der Mittelkonsole bestimmt. Damit wird der...Foto: promo

Auch in der realen Welt nimmt der WRX STI eine Sonderstellung ein. So geradlinig fährt kein anderes Auto ins geschmackliche Abseits. Aber das verzeiht man diesem Subaru vom Fleck weg. Der muss genauso aussehen, wie er eben daherkommt. Neben der Playstation gibt es dafür noch einen anderen Grund: Die einstigen Erfolge der Marke im Rallyesport. Auf diesem Auto wurde Motorsport-Legende Colin McRae Weltmeister. Zwischen 1995 und 1997 eroberte Subaru damit drei Markenweltmeisterschaft.

"Dieses Auto ist ein Mythos"

Auch wenn der kleine Autobauer schon 2008 aus dem Rennsportzirkus ausgestiegen ist, die Legende wird mit dem WRX betulich gepflegt. "Dieses Auto hat Subaru-Geschichte geschrieben. Es ist ein Mythos", sagt der Geschäftsführer von Subaru Deutschland. Das darf man getrost glauben, denn letztlich haben nicht viele Hersteller solche Aushängeschilder noch im aktuellen Programm. Und Subaru hat nicht nur den Mut ein Auto zu bauen, das höchstens in homöopathischen Dosen verkauft wird. In guten Jahren gehen vielleicht gerade mal 500 Exemplare an die Kunden.

Auslauf. Auf der Rennstrecke fühlt sich der WRX am wohlsten. Bei ausgeglichener Kraftverteilung bekommt das Heck ein Eigenleben. Selbst mit Allrad lässt es sich dann herrlich driften. Dennoch bleibt er im Grenzbereich erstaunlich gutmütig.
Auslauf. Auf der Rennstrecke fühlt sich der WRX am wohlsten. Bei ausgeglichener Kraftverteilung bekommt das Heck ein Eigenleben....Foto: promo

Die Marke hat auch den Mut, den WRX so wild zu belassen, wie er nun mal ist. Wo etwa der GTI fast bis zur Charakterlosigkeit durchzivilisiert wurde ist der WRX immer noch das Raubein von einst. Das beweist er uns spätestens auf der Rennstrecke, wo er seinen 300 PS freien Lauf lassen kann. Die Geräuschkulisse des vorne flach eingebauten Boxermotors ist auf Dauer ohrenbetäubend, der Widerstand der Lenkung trotz Servounterstützung beachtlich und das Fahrwerk bretthart.

Einmal rot-weiß, bitte. Man möchte sich auf dem Spoiler fast abstützen, so präsent sitzt er auf dem heck. 35 Kilo Anpressdruck bei 180 km/h soll er bringen. Auch der Diffusor im Heck macht was her.
Einmal rot-weiß, bitte. Man möchte sich auf dem Spoiler fast abstützen, so präsent sitzt er auf dem heck. 35 Kilo Anpressdruck bei...Foto: promo

Es reicht für echte Gänsehaut

Dennoch, der WRX gibt für seine Eigenheiten eine beachtliche Vorstellung auf Strecke zurück. Selbst zu schnell angesteuerte Kurven bringen den Japaner kaum aus der Ruhe. Er reagiert mit einem klar kalkulierbaren Untersteuern und wirft bei brachialem Einlenken seine gesamten allradgesteuerten Reserven in die Waagschale. Dafür orgeln die 407 Newtonmeter Drehmoment das Auto aus fast jeder Misere. In 5,2 Sekunden schafft er die 100 km/h, bei 255 ist dann Schluss.

Die Kraftverteilung das Mapping des Motors lassen sich auf Knopfdruck den Wünschen des Fahrers anpassen. Damit lässt sich der Wilde noch etwas strammer justieren. Mitte Juni rollt das Serienmodell zu den Händlern. Wer den Schritt aus der Virtualität auf die Straße wagen möchte muss 41 900 Euro überweisen. Der beeindruckende Diffusor ist inklusive, den Heckspoiler gibt es aber erst als Komplettpaket für 45 200 Euro. Dann tritt der WRX aus der virtuellen in die reale Welt ein. So real, dass es für echte Gänsehaut reicht. Nicht nur beim Anschauen, auch auf der Straße.

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