VW Caddy Maxi : Und Größe zählt doch

VW hat seinen Erfolgstransporter Caddy gestreckt. Als Maxi mausert sich der Lastenschlepper zum Bulli-Konkurrenten.

Heinrich Rohne

Caddy fahren – das hatte immer schon seinen Reiz. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Gemeint ist nicht der legendäre US-Schlitten Cadillac. Nein, wir reden hier vom VW Caddy, der sich allerdings als neuer Caddy Maxi in großen Schritten dem amerikanischen Straßenkreuzer nähert. Zumindest was die Länge angeht, denn VW hat seinen Transporter gegenüber seinem kleineren Bruder gleich um 47 Zentimeter verlängert. 4,88 Meter misst der Maxi jetzt.

Und da sind wir schon beim Kern der Geschichte: Was ist dieser Caddy Maxi eigentlich für ein Fahrzeug? In welche Schublade passt der gestreckte Caddy? Ist er nun ein Kleintransporter, Stadtlieferwagen, Familien-Van oder schlicht ein Kombi? Beginnen wir einfach mal beim Ur-Caddy – dem Kastenwagen. Denn als reines Nutzfahrzeug begann einst vor 25 Jahren die Geschichte des kleinen Volks- Transporters – damals noch in der offenen Pick-up-Variante. Jetzt schließt VW mit dem geschlossenen Caddy Maxi-Kastenwagen den Kreis zum Transporter. Denn 800 Kilo Zuladung und ein Laderaumvolumen von 4 200 Litern (1000 mehr als der Kurz-Caddy) erinnern stark an die Daten des legendären Bulli – den Vater der Transporter. So steht hinter Fahrer- und Beifahrersitz sowie einer massiven Trennwand eine Ladefläche von bis zu 2,25 Meter zur Verfügung – das ist Rekord in diesem Segment. Platz für eine Europalette gibt es allemal. Klar, dass sich bei diesen Ladevolumen Handwerker, Kleinunternehmer oder auch Kurierfahrer angesprochen fühlen.

Die zweite Variante, der Caddy Maxi Kombi, ist weniger der Lastesel, er ist eher der Personenbeförderer. Bis zu sieben Personen können verteilt auf drei Sitzreihen chauffiert werden. Und hier kommt der Längenzuwachs um 47 Zentimeter richtig zur Geltung. Denn den größten Teil des Wachstums erfährt der Maxi zwischen den Schiebetüren und der Hinterachse. Bis auf gute drei Meter hat sich der Radstand verlängert. So können auch Erwachsene ganz hinten erträglich reisen – mit ausreichend Knie- und Kopffreiheit. Und was ganz wichtig ist: Bei voller Bestuhlung bleiben immer noch 530 Liter Kofferraum übrig. Werden die hintersten zwei Sitze ausgebaut – was allerdings recht mühsam ist – und die zweite Reihe zusammengefaltet, steigt das Stauvolumen gar bis auf knapp 4 000 Liter. Wird nur die dritte Reihe demontiert, sind es 1 650 Liter. Das dürfte für den ganz großen Abenteuerurlaub oder auch für mittlere Speditionsaufgaben reichen. Somit ist der robuste Kombi eine Mischung aus Van und Kleintransporter, spricht Familien, gleichermaßen aber auch Gewerbetreibende an.

Wer noch mehr Pkw-Feeling haben möchte, der ist beim Maxi Life richtig. Hier stößt der Caddy in das klassische Segment der Mini-Vans vor. Denn gegenüber dem Kastenwagen und auch dem Kombi ist der Life innen voll verkleidet, zeigt also kein nacktes, kaltes Blech, wie die beiden anderen Maxi-Versionen. Komfort steht im Vordergrund, so dass neben den Kindern auch Groß- oder Schwiegereltern in dem Siebensitzer nichts zu meckern haben. Der hochwertig verarbeitete Innenraum bietet zudem ähnliche Platzverhältnisse wie im Kombi. Eben eine klassische Familienkutsche – oder auch ein Shuttlefahrzeug. Voller Stolz verkündete VW, dass selbst die Nobelherberge Ritz Carlton zwei Caddys geordert hat, um ihre in der Regel gut betuchten Gäste zu befördern.

Und auch diese Insassen werden dem Caddy Maxi einen mehr als ordentlichen Fahrkomfort bescheinigen. Ob 1,6-Liter-Benziner mit 102 PS oder die beiden Diesel mit 105 und140 PS – mit allen drei Varianten ist man flott, leichtfüßig, fast kraftvoll unterwegs. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Mini-Transporter blechern anhörten und ein rumpelndes Fahrwerk für Rückenschmerzen sorgte. Leise und gut gedämmt hat man im Maxi nie das Gefühl, in einem Lieferwagen unterwegs zu sein. Dazu ist er sparsam, denn die Diesel-Versionen sollen nur zwischen sechs und sieben Litern auf 100 Kilometer benötigen.

Apropos sparsam: Der Kastenwagen beginnt bei 15 070 Euro, der Kombi bei 15 425 Euro (jeweils ohne Mehrwertsteuer) und der Maxi Life bei 20 224 Euro (mit Steuer). Die 47 Zentimeter mehr kosten also 1 250 Euro Aufpreis. Dafür bekommt der Kunde allerdings auch ein echtes Multitalent. Denn der Streck-Caddy ist drei Fahrzeuge in einem – eben ein Transporter-Kombi-Van für Leute, die auf Gepäck und Geld schauen.

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