• Warum Autos auch heute noch rosten Trotz allen Schutzes: Korrosion ist ein Thema

Auto : Warum Autos auch heute noch rosten Trotz allen Schutzes: Korrosion ist ein Thema

Felix Rehwald (dpa)

Rost. In früheren Zeiten markierte er so etwas wie ein natürliches Verfallsdatum für Autos. Wenn es gut lief, waren zehn Jahre ohne Schweißarbeiten möglich. War es schlimm, dann konnte schon nach sechs Jahren das Ende kommen. Jeder TÜV-Termin eine Zitterpartie.

Zwar haben die Hersteller den Korrosionsschutz inzwischen erheblich verbessert. Bei neuen Fahrzeugmodellen beträgt der durchschnittliche Anteil verzinkter Stahlbleche mehr als 70 Prozent. Aber trotzdem: „Rost ist leider immer mal wieder ein Thema“, sagt Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg (Bayern). Grund seien häufig Schlampereien der Hersteller sowie Pannen bei der Konstruktion und der Fahrzeugfertigung. Thiemel will auch nicht ausschließen, dass es mancher Hersteller aufgrund falsch verstandener Sparzwänge mit der Rostschutzvorsorge nicht immer so ernst nimmt.

   Welcher Wagen wo rostet, das erfährt der ADAC in der Regel von seinen Mitgliedern: „Es waren Fahrzeuge dabei, von denen man es eigentlich nicht erwarten würde.“ So fiel der Ford Mondeo vor einigen Jahren mit Rostbildung an den Türkanten auf. Beim Mazda 6 war es Rost an den Radläufen. Auch die Mercedes-E-Klasse geriet wegen unerwarteter Korrosion in die Schlagzeilen, wie vor kurzem auch die A- und B-Klasse des Herstellers. Hier war laut Thiemel aufgrund eines Verarbeitungsfehlers an bestimmten Stellen der Karosserie kein Korrosionsschutz aufgebracht worden.

   Mit steigendem Alter sei Rost auch heute noch eine Größe in der Mängelstatistik, sagt Schenk.  Allerdings werde Korrosion bei den Hauptuntersuchungen (HU) heute nicht mehr so leicht entdeckt wie früher. Viele Fahrzeuge seien rundum mit Kunststoffteilen verkleidet. Roststellen an der Karosserie fielen den Prüfern daher nicht sofort auf.   Auch auf die Klangprobe mit dem Hammer werde heute weitgehend verzichtet. „Wir würden Kunden verlieren, wenn wir mit dem Hammer irgendwo am Auto herumdreschen. Das sieht kein Autofahrer gerne.“ Nicht zuletzt seien junge Prüfingenieure heute „nicht mehr so darauf gedrillt, Rost im Auge zu haben“, sagt Schenk. „Die achten auf andere Dinge.“ Das alles bewirke, dass Rost schwieriger zu entdecken sei.

Um Rost zu vermeiden, sind die Regeln immer noch die gleichen wie früher: kleine Macken schnell ausbessern und den Wagen regelmäßig waschen – vor allem im Winter, um Streusalzkrusten loszuwerden. Auch Abläufe, die es bei vielen Wagen an den Schwellerunterseiten, den Türen, im Wasserkasten im Motorraum oder an den Endspitzen gibt, sollte man ab und zu freimachen und darauf achten, ob sich in den Ecken irgendwo Laub oder Dreck sammelt. Das gibt zwar keine Garantie, dass der Hersteller alles richtig gemacht hat – aber zumindest hilft es, vermeidbaren Rost nicht entstehen zu lassen. Felix Rehwald (dpa)

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