Was haben die da wieder ausgeheckt? : Heran gezoomt: Der neue Mazda 6 Kombi

Eric Metzler

Mazda hält es mit Großmutters Leitsatz: Wer versucht, mit den großen Hunden zu pinkeln, ist selbst schuld, wenn er sich nass macht. Natürlich orientieren sich die Japaner an Audi, BMW und Mercedes – aber weder bei Auftritt noch Preisgestaltung haben sie den Anspruch, die Premium-Liga zu stürmen. Mazda ist Mazda und macht sein Ding.

Für den neuen 6er Kombi, der seit zwei Wochen beim Händler steht, bedeutet das: Modisches, manchen ein wenig zu modisches Blechkleid; konsequenter Leichtbau (35 Kilo weniger als der Vorgänger); ungewöhnliche Detaillösungen. Eine davon hat uns beim 6er so gut gefallen, dass wir nicht böse wären, zögen andere Hersteller nach. Öffnet man den Kofferraum, rollt die netzartige Laderaumjalousie automatisch ab und schwingt mit nach oben; lästiges Einhaken oder Rollo-Nachziehen entfällt. Der Gepäckraum schluckt mit 519 Litern Ladevolumen 29 Liter mehr als der des A4 Avant, dessen Karosserie ist ja auch deutlich flacher (um fünf Zentimeter). Umgekehrt sieht es bei Nutz- und Anhängelast aus – der A4 darf je 200 Kilo mehr schleppen. Wer samstags nicht ohne Obi glücklich wird, freut sich über die spielend leicht umzulegenden Lehnen der Rückbank, sollte aber neben Verbandskasten und Warndreieck eine alte Decke deponieren: Leider macht der Trend zu durchlackierten Stoßfängern (und damit zu extrem empfindlichen Ladekanten) auch vor Modellen nicht halt, die einst fürs unkomplizierte Beladen erfunden wurden.

Der Mazda6 Kombi lässt sich ebenso problemlos steuern wie die Varianten Fließheck und Limousine; dass er sich ein wenig schwerer, sagen wir: satter anfühlt, haben wir als positiv empfunden. Die Schaltung ist prima, die Federung vorne tipptopp, hinten stellenweise zu hart. Von den drei Benzinern empfehlen wir den mittleren Zweiliter (147 PS, ab 26700 Euro); er verbraucht mit 7,2 Litern Sprit kaum mehr als der 1.8-Einstiegsmotor, fährt sich aber viel flotter. Gefallen hat uns auch der 2,5-Liter, der dem Etikett Sportkombi, wie es die Werber verwenden, am ehesten gerecht wird. Ihn gibt es aber nur in der teuersten Ausstattungslinie ab 30900 Euro. Ohnehin greifen die meisten Käufer dieses Kombis zum Diesel (ab 25400 Euro). Der ist kräftig (2.0 Liter, 140 PS, max. Drehmoment 330 Nm). Der ist sparsam (5,7 l/151 g CO2). Und trotz verbesserter Geräuschdämmung ein bisschen laut.

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