Auto : Weniger ist mehr

Peugeot entschlackt das Design und baut seine Spritspar-Techniken aus – auch beim gelifteten 308

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Na bitte. Die neue zurückhaltende Linie von Peugeot kommt beim Publikum an. Wie der 508, der sie seit einigen Wochen öffentlich zur Schau trägt. Was also lag näher, auch den kompakten 308 auf diese Erfolg versprechende Linie zu trimmen? Zumal die alte Formensprache nicht mehr ankam. Der Riesengrill des 308 hatte ja fast schon grimassenartige Züge angenommen, und die überlangen Scheinwerfer waren ebenso wenig schön. Doch seit 7. Mai ist all das Vergangenheit.

Jetzt tritt auch der 308 im eleganten Look des 508 auf; und das neue Gesicht steht ihm gut. Am Heck war der gestalterische Spielraum geringer: modischere Leuchten, dazu eine Chromleiste. Das war es. Schauen wir also in den Innenraum, wo sich der Franzose nun ebenfalls eleganter gibt. Die vom Hersteller in Branchenmanier selbstgelobten „höherwertigen Kunststoffe“ sehen tatsächlich nach mehr aus, sie fühlen sich zudem besser an. Auch die Mittelkonsole passt sich dem neuen Stil an. In diesem Auto sitzt man gern, zumal von den bequemen Sesseln ein einnehmendes Wesen ausgeht. 2,61 Meter Radstand (drei Zentimeter mehr als beim aktuellen Golf) sorgen dafür, dass Platzmangel kein Thema im Gallier ist, der übrigens bis zu 25 Kilogramm abgespeckt hat.

Neues (altes) Thema bei Peugeot ist das Sparen ohne Verzicht. Und auch hier profitiert der 308 vom 508. Er bekommt ebenfalls die famose Start-Stopp-Automatik, die bereits im großen Peugeot überzeugt – und die zu den besten Systemen dieser Art gehört, die man derzeit kaufen kann (siehe Kasten). Der damit gekoppelte kleine Diesel, den wir gefahren sind, gibt sich als Großer seines Fachs: nach kurzer Warmlaufphase leise, ausreichend kräftig, geschmeidig hochdrehend. Dazu passt die neue Kombination Spar-Motor und knackige Sechsgang-Handschaltung. Dazu passt die unfranzösische Federung: straff, aber nicht hart.

An ein Gimmick gewöhnt man sich sehr schnell: die Anzeige, wie lange der Motor „arbeitslos“ ist. Anders als das sinnfreie Instrument im Mini Cabrio, das über die Zeit des Offenfahrens Auskunft gibt, entdeckt man schnell den Reiz des Peugeot-Instruments. 8,45 Minuten sind es auf unserer Testfahrt mit viel Stadtverkehr gewesen (Durchschnitttempo 67 km/h, Durchschnittsverbrauch 5,8 Liter). Diese Anzeige weckt den Sparer im Manne: Das nächste Mal muss es auf dem Weg zur Arbeit mehr werden. Der Wettstreit gegen sich selbst kann beginnen – und die Umwelt freut sich. Faire 20 550 Euro kostet der 112 PS starke und 192 km/h schnelle Spar-Peugeot, mit seinen 4,0 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer. Gut 3500 Euro weniger als ein vergleichbarer Golf.

Wer es noch grüner wünscht, sollte ein paar Wochen warten. Denn im Sommer startet eine optimierte Sparvariante des 308; mit verringerter Bodenfreiheit, Luftklappen hinterm Kühlergrill, geänderter Motorsteuerung, speziellen Leichtlaufreifen und automatisiertem Schaltgetriebe. Der so gedimmte 308 soll dann nur noch 3,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen. Das wäre dann der angesagte Sparmeister in der Kompaktklasse.

Apropos sparen. Wer ganz schnell Ja sagt, zahlt 3000 Euro weniger für den Neuen. Denn die ersten 250 Limousinen und die ersten 250 Kombis SW bieten die Händler für 14 990 (statt 17 050 Euro) beziehungsweise 15 990 Euro (statt 18 250 Euro) an. Außerdem packen sie zusätzlich die hintere Parkhilfe, Bluetooth und spezielle Fußmatten rein ins Paket.

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