Auto : Weniger Kontrollen und mehr Bußgeld

Was sich 2008 für Autofahrer ändert

Auch für Autofahrer wird sich im kommenden Jahr einiges ändern. Die wichtigsten Änderungen betreffen dabei Klimaschutz und Reiseverkehr.

Dass Berlin am 1. Januar eine Umweltzone einführt, die ohne Plakette nicht befahren werden darf, dürfte kaum jemandem entgangen sein – auch wenn sich viele noch Zeit lassen mit dem Kauf der kennzeichnenden Aufkleber für die Windschutzscheibe. Aber auch Köln ist mit Jahresbeginn dabei – die beiden Städte gehören damit zu den ersten in Deutschland, die die Zone einrichten. Weitere Kommunen wie Stuttgart und München werden folgen. Eine weitere wesentliche Änderung betrifft die Ausweitung des sogenannten Schengen-Raums. Damit fallen die Grenzkontrollen bei Fahrten nach Polen, Ungarn, in die Slowakei, nach Malta und Slowenien sowie in die baltischen Staaten schon ab dem 21. Dezember 2007 weg.

Weitere Änderungen für das kommende Jahr hat der ADAC zusammengestellt. So verbessert sich die Lage von Autofahrern im Streit mit ihrer Versicherung: Ab 1. Januar ist der Tatbestand der groben Fahrlässigkeit neu geregelt. Wenn es nicht um Alkohol und Drogen oder um Versäumnisse des Versicherungsnehmers im Zusammenhang mit Autodiebstahl geht, kann der Versicherungsanspruch in der Kasko von der Versicherung nur noch gemäß dem Verschulden gekürzt werden. Sprich: 50 Prozent Schuld, halbe Versicherungsleistung.

Am 1. März geht es dann dem Führerschein-Tourismus an den Kragen: Die Führerschein-Missbrauchsverordnung soll verhindern, dass Autofahrer, deren Fahrerlaubnis einkassiert wurde, im Ausland einen neuen Führerschein erhalten können. Für Eltern ist dagegen der 8. April ein wichtiger Stichtag. Denn ab dann dürfen Kindersitze ohne die Prüfnorm ECE 44/03 oder 44/04 nicht mehr verwendet werden. Vor allem Sitze aus der Zeit vor 1996 sollte man deshalb darauf kontrollieren, ob sie die Norm erfüllen – das verrät ein Schild auf dem Sitz.

Außerdem rechnet der ADAC für 2008 mit Erhöhungen bei Bußgeldern und Gebühren für Tüv und AU. Hinzu wird außerdem im Frühjahr wohl eine Richtlinie der EU-Kommission kommen, mit der man die Halbierung der Verkehrsopferzahlen in Europa bis zum Jahr 2010 noch schaffen will.

Nichts mehr wird es dagegen mit der europaweiten Vollstreckbarkeit von Strafen für Verkehrssünden. Das heißt: Auch 2008 werden Autofahrer, die im Ausland einen Strafzettel erhalten haben, in Deutschland dafür nicht zur Kasse gebeten. Nur mit Österreich gibt es ein Vollstreckungsabkommen. Als Freibrief sollten Fahrer das nicht verstehen. Denn das Bußgeld könnte bei der nächsten Einreise fällig werden – außerdem wird in vielen Ländern gern mit Hilfsmitteln wie Parkkrallen gearbeitet. Tsp

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