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Weniger Verbrauch, weniger Gewicht : Wahnsinnig vernünftig, diese Dreizylinder

Importeure setzen längst auf abgespeckte Motoren – warum die deutschen Anbieter jetzt nachziehen lesen Sie hier.

Kleinod. Ford ist stolz auf seinen neuen Dreizylinder – demnächst in B- und C-Max.
Kleinod. Ford ist stolz auf seinen neuen Dreizylinder – demnächst in B- und C-Max.Foto: promo

Bei deutschen Herstellern galt der Dreizylinder lange Zeit als zu unkomfortabel, zu schwach und zu laut. Doch dank Ausgleichswellen, Turbolader oder Kompressor kann ein Dreizylinder in Sachen Laufruhe und Leistung mittlerweile mit Vierzylindern nicht nur mithalten, sondern beim Verbrauch, Schadstoffausstoß und Effizienz die konventionellen Antriebe übertrumpfen. Weniger bewegliche Teile bedeuten weniger Verbrauch, weniger Gewicht – und im Vergleich zum Vierzylinder lassen sich zudem die Produktionskosten senken. Deshalb speckt jetzt auch Ford ab. Zumindest bei den Brennräumen seiner Benzinmotoren. Ab sofort produzieren die Kölner einen Dreizylinder mit einem Liter Hubraum der zwischen 74 kW/100 PS und 92 kW/125 PS leistet. Er soll im neuen Van B-Max und auch im C-Max eingesetzt werden soll. Danach kommen Fiesta und Ka an die Reihe. Der Dreizylinder mit Benzindirekteinspritzung, Turboaufladung und variabler Ventilsteuerung hat in etwa die gleiche Leistung wie ein 1,4-Liter-Vierzylinder. Die CO2-Emission werden bei 109 bzw. 114 g/km liegen, was einem Verbrauch von etwa 4,6 beziehungsweise 4,8 Liter auf 100 Kilometer entsprechen würde.

Mit dem Motor-Downsizing ist Ford in bester Gesellschaft, denn der Dreizylinder-Benzinmotor wird schon seit einigen Jahren bei vielen importierten Kleinwagen eingesetzt. Die Deutschen ziehen jetzt nach: Neues Auto, neuer Antrieb, denkt sich VW und setzt beim Up (ab 9 850 Euro) ausschließlich Drillinge ein. Basisversion ist die 44 kW/60 PS-Variante, die nächsthöhere Stufe leistet 55 kW/75 PS – eine Mehrleistung, die ausschließlich über die Motorsteuerung erzielt wird und sich nur im oberen Drehzahlbereich bemerkbar macht. Der Dreizylinder beschleunigt aus niedrigen Drehzahlen sauber heraus; bei der stärkeren Variante klettert die Tachonadel rasch über die Richtgeschwindigkeit hinaus. Die Spitze liegt bei 173 km/h. Ab nächsten Jahr kommen die Konzerngeschwister Seat Mii und Skoda Citigo mit der gleichen Technik hinzu.

Auch Polo-Kunden können auf die Diät-Versionen zurückgreifen: Neben den Benziner gibt es noch die besonders sparsame Dieselvariante mit 55 kW/75 PS ab 16 900 Euro, die nur 3,3 Liter auf 100 Kilometer verbrennen soll. Den hohen Anschaffungspreis holen aber nur Vielfahrer wieder ein.

Aber nicht nur Sparwütige sollen künftig auf drei Zylinder durch die Gegend fahren. Auch die sogenannten Premiumhersteller haben den Antrieb für sich entdeckt. So arbeitet BMW derzeit an einer neuen Motorengeneration, die neben Vier- auch Dreizylinder-Aggregate umfassen wird – und zwar als Otto- wie als Dieselmotor. Auch bei Mercedes denkt man über den Einsatz von Dreizylindern nach, diese wären vor allem für die kommenden neuen Generationen der A- und der B-Klasse geeignet.

Die Qual der Wahl: Drei-Zylinder-Anbieter so weit das Auge reicht...

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