Auto : Wer handeln kann, hat gute Karten

Ob Neu- oder Gebrauchtwagen: Hohe Rabatte sind die Regel

Felix Rehwald/dpa

Wer jetzt ein neues Auto kauft, hat’s gut: Selten lagen die Rabatte – Krise sei Dank – höher als im Moment: Bei Neuwagen ermittelte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen im November exakt 16,5 Prozent und damit einen halben Prozentpunkt mehr als im Oktober.

Doch damit nicht genug: Im November erhöhte sich auch die Zahl der Hersteller-Aktionen auf 248. 48 Prozent davon versprachen günstige Bedingungen bei Leasing oder Finanzierung, 34 Prozent bestanden in Sondermodellen und bei 13 Prozent wurden direkte Rabatte eingeräumt. Der Rest entfiel auf überhöhte Zahlungen für Gebrauchtwagen.

Und apropos: Wer sich einen Gebrauchten zulegen will, ist im Grunde noch besser dran. Er profitiert nicht nur von der Misere der Händler, die wegen übervoller Höfe eher Rabatte einräumen, sondern kann auch noch die ungünstige Lage der privaten Autoverkäufer zu seinen Gunsten nutzen.

   „An sich ist jetzt eine gute Zeit für Gebrauchtkäufer“, sagt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. „Junge Gebrauchte werden zum Teil mit sehr hohen Nachlässen in den Markt gedrückt“, sagt Siegfried Trede vom Marktforschungsunternehmen Deutsche Automobil Treuhand (DAT). Darunter sind viele Leasing-Rückläufer: Festgelegte Restwerte bei den auslaufenden Verträgen lassen sich nicht mehr im Markt realisieren. 

Welche Preisvorteile für Verbraucher drin sind, verdeutlicht Siegfried Trede vom Marktforschungsunternehmen Deutsche Automobil Treuhand (DAT) am Beispiel einer Mercedes E-Klasse: Der E 220 CDI kostete nach Listenpreis vor einem Jahr neu 40 500 Euro. Dem DAT-Marktspiegel zufolge werden für dieses Fahrzeug nach einem Jahr auf dem Gebrauchtmarkt im Schnitt nur noch 24 900 Euro verlangt. Das entspricht einem Preisvorteil von 38 Prozent für den jungen Gebrauchten.

Für Interessenten mit Lust am Verhandeln hat ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner einen Tipp parat: Sie sollten vom offiziellen Schätzpreis der Marktbeobachter weitere 15 Prozent abziehen und mit dieser Summe als Verhandlungsbasis ins Verkaufsgespräch gehen – und dann schauen, was das Gegenüber sagt. Und daran denken: Auch wenn sie sich mit dem Händler auf einen Preis dazwischen einigen, haben sie in der Regel ein gutes Geschäft gemacht.

   Wer selbst in Zahlung geben will, hat übrigens laut Trede besonders gute Karten, wenn sein „Alter“ so zwischen 6000 bis 10 000 Euro wert ist. „Diese Fahrzeuge werden gesucht. Davon hätten die Händler gerne mehr.“ Und wer nach dem Traumwagen aus zweiter Hand nicht bei Händlern, sondern in privaten Verkaufsanzeigen stöbert, ist ebenfalls im Vorteil. Wegen des Überangebots an Gebrauchtwagen haben private Verkäufer eine noch schlechtere Verhandlungsposition, so ACE-Sprecher Hillgärtner. Weil diese dem Käufer keine Garantien bieten, ist das Preisniveau beim Privatverkauf ohnehin niedriger.

Als Faustregel gilt: Je größer, desto mehr ist der Preis gerutscht. Wer also kaufen will, kann deshalb eventuell auch eine Klasse höher punkten als ursprünglich gedacht. Dagegen haben die Marktbeobachter von Eurotax Schwacke bei Kleinwagen noch keinen Preisrutsch auf dem Gebrauchtmarkt ausgemacht: „Die Preise der kleinen Gebrauchten sind relativ wertstabil und die Nachfrage ist stärker als in anderen Segmenten“, sagt Stefan Spohn, Mitglied der Geschäftsführung. So ist ein drei Jahre alter Kleinwagen dem Marktbeobachter zufolge heute im Schnitt noch rund 8200 Euro wert. Besonders begehrt seien Modelle mit sparsamem Benzinmotor in der Preisklasse zwischen 5000 und 12 000 Euro. Am meisten nachgefragt würden die deutschen Modelle Ford Fiesta, Opel Corsa und VW Polo. Felix Rehwald/dpa

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