Werkstattsuche für das Auto : Dialog auf Augenhöhe

Wenn der fahrbare Untersatz streikt bringt das nicht nur Pendler in eine Notlage. Auch, weil neben hohen Kosten manchmal auch noch Ärger mit der Werkstatt ins Haus steht. Es gibt allerdings ein paar nützliche Tipps, wie sich ein seriöser Betrieb finden lässt.

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Für den Kunden ist ein Dialog auf Augenhöhe wichtig. Dann kann er auch die richtigen Fragen stellen.
Für den Kunden ist ein Dialog auf Augenhöhe wichtig. Dann kann er auch die richtigen Fragen stellen.Foto: dpa

Wenn der fahrbare Untersatz in die Werkstatt muss, dann sinkt bei Autofahrern meist die Stimmung. Natürlich alleine schon, weil in der Regel eine ordentliche Rechnung ins Haus steht. Aber viele Fahrzeugbesitzer haben auch ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Werkstatt. Das ist nicht selten selbst dann der Fall, wenn sie schon seit Jahren bei der gleichen Firma sind. Das Verhältnis zwischen Werkstatt und Kunde ist meist von Misstrauen und Argwohn geprägt. Kein Wunder, denn viele Autofahrer haben bereits schlechte Erfahrungen mit Rechnungen für Reparaturen gemacht. Der Rest kennt zumindest die teils herben Streitfälle, die immer mal wieder durch die Presse gehen.

Aber wenn das Auto streikt oder sich ein hoher Wartungsstau angesammelt hat, hilft alles nichts. Dann muss gehandelt werden. "Von außen gibt es leider keine Merkmale, die auf eine gute Werkstatt schließen lassen", sagt Christian Buric vom Automobilclub ADAC. Man könne leider nicht auf den ersten Blick erkennen, ob es sich bei einem Betrieb um einen ordentlichen Dienstleister oder ein eher fragwürdiges Unternehmen handele. Deshalb empfiehlt Buric vor allem auf Mund-zu-Mund-Propaganda zu setzen. "Bekannte, die eine Werkstatt empfehlen, sind manchmal Gold Wert."

Schiedsstelle kann Streit schlichten

Claudia Weiler vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, empfiehlt natürlich Innungsbetriebe. "Unsere Werkstätten sind bemüht dem Kunden transparenten Service und eine hohe Qualität zu bieten", sagt die Sprecherin des Verbandes. Das hat allerdings einen durchaus handfesten Hintergrund. Denn Innungsbetriebe verpflichten sich automatisch sich der Kfz-Schiedsstelle zu unterwerfen. In Berlin betreibt die regionale Kraftfahrzeuggewerbe-Innung eine solche Schiedsstelle für ihre Betriebe. Diese schlichten außergerichtlich Streitfälle zwischen Werkstatt und Kunden.

Wer sucht, der findet. Das Verhältnis zwischen Werkstätten und Kunden ist oft von Misstrauen geprägt.
Wer sucht, der findet. Das Verhältnis zwischen Werkstätten und Kunden ist oft von Misstrauen geprägt.Foto: Kfz-Gewerbe

Christian Buric vom ADAC empfiehlt als Vorbereitung auch die Recherche im Internet. "Kunden sollten sich vorab über die Probleme informieren und gut vorbereitet zur der Werkstatt gehen", sagt der Experte des Autoclubs. "Außerdem lassen sich auch hier gut Kundenmeinungen über Werkstätten einsammeln." Damit könne sich der Suchende manchmal ein relativ gutes Bild über die in Frage kommende Werkstatt machen.

Dialog auf Augenhöhe
Im Internet gibt es spezielle Seiten, die sich mit der Suche und Beurteilung von Werkstätten beschäftigen. Einen umfassenden Service inklusive digitalem Scheckheft findet sich bei Drivelog. Hier können die Benutzer Kfz-Werkstätten bewerten. Umgekehrt können die Werkstätten aber auch spezielle Angebote einstellen. So lässt sich beim normalen Service vielleicht sogar ein Schnäppchen machen.

Ist der Kunde erst mal in der Werkstatt, dann gilt es für beide Seiten. Sowohl Claudia Weiler als Vertreterin des Kraftfahrzeuggewerbes als auch Chrstian Buric vom ADAC betonen die Bedeutung des Dialogs. "Das Wichtigste ist ein selbstbewusster Auftritt des Kunden. Wenn er gut vorbereitet ist und sein vorab recherchiertes Wissen demonstrieren kann, dann entsteht ein Gespräch auf Augenhöhe", empfiehlt Buric den Kunden. Wenn die Mundpropaganda den Autobesitzer zu einer Werkstatt geführt habe, dann soll er ruhig sagen, dass er durch eine Empfehlung komme. "So merkt die Werkstatt gleich, dass hier ein neuer Kunde gewonnen werden kann. Schließlich ist der Wettbewerb sehr hart", erklärt Buric.

Claudia Weiler empfiehlt den Autofahrern sich die Zeit für eine Dialogannahme zu nehmen. Diesen Service, bei dem sich ein Techniker und der Kunde gemeinsam das Auto auf der Hebebühne betrachten, bieten mittlerweile zahlreiche Betriebe an. So können der Kunde und ein Techniker der Werkstatt gemeinsam entscheiden, was am Auto repariert werden soll. Aber was tun, wenn im Laufe der Reparatur weitere Arbeiten fällig werden? "Der Kunde sollte sich immer alles erklären lassen", sagt Buric vom ADAC. Und natürlich Fragen stellen. Zum Beispiel ob die Reparatur wirklich notwendig ist, ob sie gar sicherheitsrelevant sein könnte. Im Zweifelsfall ist es auch ratsam sich noch mal eine zweite Meinung einzuholen. Schließlich laufen bei Arbeiten am Auto schnell mal hohe Summen auf. Da ist jeder Cent kostbar, der durch ein gute Vorbereitung und etwas Beharrlichkeit gespart werden kann.

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