Auto : WG AUF RÄDERN

Teilen heißt günstig motorisiert zu sein.

von
Cambio hält vom Kleinstwagen bis zum Transporter ein breites Angebot zur Verfügung. Foto: promo
Cambio hält vom Kleinstwagen bis zum Transporter ein breites Angebot zur Verfügung. Foto: promo

Die Krümel der anderen, man mag sie irgendwie. Rund um den Kindersitz – den kaum einer ordnungsgemäß in den Kofferraum packt – ist die Rückbank meist vollgebröselt. Keksreste, Brötchenrinde, prima, kann der Enkel gleich seine Dose rauskramen. Am Ende der Fahrt ist das Schlimmste schnell rausgefegt. Carsharing ist WG auf Rädern. Nicht dass man noch in der Kommune leben wollte, aber das WG-Gefühl unterwegs tut gut. Ich fahre Cambio, meistens die mittlere Größe. Niedrige Grundgebühr, sechs, sieben Mal pro Monat, im Sommer weniger, im Winter mehr. Macht monatlich im Schnitt 130 Euro, Benzin und gelegentlich weitere Fahrten inklusive. So billig war ich noch nie motorisiert. Gesund ist es auch: Wenn kein Pkw vor der Tür steht, ist Radfahren im November gar nicht mehr so schlimm – ehrlich! Okay, manchmal ist Carsharing nervig. Du stehst im Stau, willst verlängern (mit App in 30 Sekunden), aber der Handyakku ist leer. Du irrst nachts über einen schlecht beleuchteten, schneevermatschten Privatparkplatz, um die Schlüsselkonsole zu finden. Oder du lässt die Brieftasche im Wagen liegen und merkst es erst am nächsten Tag. Was soll ich sagen: Der nächste Fahrer rief an. Wer im Cambio etwas vergisst, lernt sehr nette Leute kennen. Christiane Peitz

Autor

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar