Auto : Wie kein Ei dem anderen

Wenn sich noch irgendwas gut verkauft, dann kompakte SUV: Den Vergleich gewinnt ein Außenseiter.

von

PLATZ 1: CR-V

Klasse Motor, klasse Fahrwerk, klasse Sitzkonzept: Klasse, Honda! Als perfekt ausgestatteter 2.2 i-DTEC Executive ab 37 455 Euro.

PLATZ 2: CX-5

Leicht, sportlich, gut verarbeitet: Das Handling des Mazda macht viel Spaß. Als 2,2 l D Sports-Line und mit Allrad ab 34 990 Euro.

Wir hatten zwar keine Vorurteile. Aber dass der kürzlich neu aufgelegte Honda CR-V unseren Alltags-Vergleich vor dem viel beworbenen Mazda CX-5 und dem selbst ernannten Premium-Volvo XC 60 so klipp und so klar gewinnt, das hätten wir nicht gedacht. Wie also kommt’s?

Zunächst: Hondas Zweiliter-Diesel hat zwar nominal 25 PS weniger als der Kollege im Mazda. Er fühlt sich aber genauso stark an. Mehr noch: Mit seinem gleichmäßigen Durchzug selbst im mittleren Drehzahlbereich und seinem samtenen Lauf erinnert er mehr an einen Benziner als an einen Selbstzünder. Sein Alltags-Verbrauch pendelt wie beim Mazda um die acht Liter – hier liegt der Volvo als einziger Nicht-Allradler in unserem Feld vorn. Dessen neuer Basisdiesel D3 kommt mit 136 PS und sieben Litern Verbrauch aus, gefällt mit ruhigem Wesen (fünf Zylinder!) und lässt nur an Steigungen Reserven vermissen.

Während uns die Abstimmung des Fahrwerks im Volvo zu soft erscheint, trifft die des Honda absolut unseren Geschmack. Komme was wolle, der wankfeste CR-V bügelt es glatt, ohne auf Wattekissen zu machen. Mit der leichtgängigen Schaltung und der sauberen Lenkung addiert sich das zu einem reifen, harmonischen Bild. Die beste Geräuschdämmung bietet er obendrein. Das hohe Niveau der Verarbeitung überzeugt bei beiden Japanern. Nichts knirscht, nichts knarzt – was umsomehr auffällt, als im Volvo eine Radiotaste klemmt und die Türgummis bei feuchter Kälte Störgeräusche absondern. Die gesellen sich dann zum Gerausche des RDS-Radios: Der labile Empfang im Volvo ist ebenso ärgerlich wie die schwachbrüstige Heizung. Auch Mazda leistet sich einen groben Schnitzer. Die Windschutzscheibe wird von den Lüftungsdüsen ungleichmäßig bestrahlt. Regnet es trotz Minusgraden – leidvoll erlebt Anfang dieser Woche – dann bildet sich unterwegs eine Eiskruste an den Rändern der Scheibe. Da hilft nur noch Anhalten und Abkratzen.

Natürlich fährt auch der Honda CR-V nicht fehlerfrei. Sein Navi-Infotainment-Mischmasch mit gleich zwei Displays ist weder ausgegoren noch gefällig. Auch das schlüssellose Zugangssystem nervt, weil einmal Knöpfchen drücken nicht reicht. Doch die Liste der Pluspunkte im Vergleich ist länger: Der CR-V offeriert das größte Ladevolumen (gut 200 Liter mehr als der Volvo); er bietet die meisten Ablagen (zwei Cupholder, zwei Ebenen in den Türen); er hat als einziger einen Tankdeckel, den man nicht abdrehen muss. Das Beste zum Schluss: So genial wie im CR-V lässt sich die Rückbank in keinem anderen Auto fernentriegeln. Ein Griff im Kofferraum – schon legen sich Lehne, Kopfstütze und Sitzfläche um.

PLATZ 3: XC 60

Schönste Optik, auffällige Schwächen: Da helfen Volvos gute Assistenten nur bedingt. Als sparsamer D3 ab 38 100 Euro (R-Design).

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben