Winterreifen im Test : Vier fallen durch

Der Pneu ist entscheidend! Diese Erkenntnis zur Verkehrssicherheit gilt ganz besonders für Winterreifen. Denn das schwarze Gold für die dunkle Jahreszeit muss beides können: Sicherheit bei nassen Straßenverhältnissen bieten und im Schnee für Grip sorgen. Diesen Spagat schaffen nicht alle Produkte.

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Bald werden wir wieder die weiße Pracht auf den Straßen sehen. Winterreifen sind von Oktober bis April bei Schnee in Deutschland verpflichtend.
Bald werden wir wieder die weiße Pracht auf den Straßen sehen. Winterreifen sind von Oktober bis April bei Schnee in Deutschland...Foto: ADAC

Das EU-Reifenlabel, das letztes Jahr eingeführt wurde, soll den Verbrauchern eigentlich helfen, sich im unübersichtlichen Angebot an Winterreifen besser zu orientieren. Wenn Kunden heute zu einem Reifenhändler gehen, dann prangt auf jedem Pneu das bunte Label. Die Aussagekraft der Aufkleber ist allerdings überschaubar, dessen sollten sich die Kunden bewusst sein. Kriterien sind hierbei lediglich die Außenfahrgeräusche, das Verhalten beim Bremsen auf nassem Untergrund und der Rollwiderstand.

Der Test der Stiftung Warentest und des Autoclubs ADAC ist da schon aussagekräftiger. Die teilnehmenden Reifen werden hier auch auf Schnee und Eis getestet. Außerdem prüfen die Tester den Verschleiß, den Kraftstoffverbrauch und auch das Fahrverhalten im Trockenen. Dazu werden die Reifen auch einem Praxistest auf verschneiten Passstraßen unterzogen. Insgesamt ist das Bild, dass sich durch den Test ergibt, deutlich aussagekräftiger als die Kategorisierung der EU.

Sieben "gut" bei Kleinwagenreifen

So trennt sich auch im diesjährigen Winterreifentest der Stiftung Warentest und des ADAC die Spreu vom Weizen. Zwei Reifendimensionen wurden zum Prüfstand gebeten. In der ersten Runde traten Reifen mit den Abmessungen 185/60 R15 T an, die als Standard für Kleinwagen, wie etwa dem Audi A1, dem VW Polo, dem Fiat Punto oder dem Renault Clio gelten. In dieser Klasse konnten sich insgesamt sieben Reifen die Note "gut" verdienen. Die beste Leistung zeigte der Continental WinterContact TS 850. Das Produkt holte sich Bestnoten bei Verschleiß, Kraftstoffverbrauch, sowie bei Nässe, Eis und Schnee ab. Knapp dahinter sortieren sich der Dunlop Winterresponse 2, der Firestone Winterhawk 3 und Michelin Alpin A4 ein. Während die stärkste Disziplin des Dunlop-Pneus der geringe Verbrauch ist, konnten der Firestone- und vor allem der Michelin-Reifen beim Verschleiß punkten.

Durchgefallen: Der Marangoni 4 Winter E+ zeigte sich bei den Reifen für Kleinwagen als Schlusslicht. Besonders mit Nässe kommt der Pneu nicht gut zurecht.
Durchgefallen: Der Marangoni 4 Winter E+ zeigte sich bei den Reifen für Kleinwagen als Schlusslicht. Besonders mit Nässe kommt der...Foto: ADAC

Eine sehr ausgewogene Vorstellung zeigte der Nokian WR03, der seine beste Note auf trockener Fahrbahn einfuhr. Auch der Goodyear UltraGrip 8 erwies sich als ausgewogener Reifen, der seine besten Bewertungen auf Schnee und beim Kraftstoffverbrauch erhielt. Der Semperit Speed-Grip 2 hingegen setzte eine Bestmarke beim Verbrauch. Beim Blick auf die Vergleichstabelle (unten) fällt auf, dass alle Pneus bei der Geräuschentwicklung nur durchschnittliche Noten bekamen. Die Leisetreter im Test waren die Reifen von Continental und von Firestone mit jeweils 2,8. Sicherheit gibt es offenbar nicht geräuschlos.

Nässe gefällt nicht allen

Reifenwechseln im Akkord: Insgesamt standen 32 Reifen auf dem Prüfstand.
Reifenwechseln im Akkord: Insgesamt standen 32 Reifen auf dem Prüfstand.Foto: ADAC

Zwei Reifen fielen bei den Prüfern der Stiftung Warentest und des ADAC komplett durch. Der Kormoran Wnowpro b2 zeigte bei nassen Bedingungen eklatante Schwächen und auch auf trockener Fahrbahn wusste er nicht zu überzeugen. Der Marangoni 4 Winter E+ zeigte die schwächste Vorstellung aller Reifen auf nasser Fahrbahn. Im Gegensatz zu dem Marangoni fiel er aber auch bei der Fahrt auf Schnee durch. Seine Stärke liegt beim Verschleiß, wo er zusammen mit anderen Reifen zu den besten gehört.

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