Winterruhe für Wohnmobile und Wohnwagen : Blitzeblank und gut geschützt

Mit Beginn der kalten Jahreszeit rückt für viele Wohnmobile und Caravans das Saisonende näher. Vor der Winterpause gilt es vom Gashahn bis zur Versicherung aber einiges zu beachten. Sonst drohen im Frühjahr böse Überraschungen.

Claudius Lüder
Ein bisschen Schutz muss sein: Wenn das Wohnmobil schon draußen überwintern muss, sollten Besitzer es wenigstens mit einer Plane abdecken.
Ein bisschen Schutz muss sein: Wenn das Wohnmobil schon draußen überwintern muss, sollten Besitzer es wenigstens mit einer Plane...Foto: dpa/Tobias Hase

Nach zahlreichen Touren im Frühjahr und Sommer beginnt für die meisten Camper im Herbst die Ruhephase. Mit simplem Abstellen ist es jetzt allerdings nicht getan. „Das wäre nicht ratsam“, sagt Martin Zöllner vom ADAC. „Ein Wohnmobil oder ein Caravan verfügt zum Beispiel über ein Wassersystem, das vor der Winterpause umfassend gereinigt und entleert werden sollte.“ Geschieht dies nicht, platzen im schlimmsten Fall die Wasserleitungen. Und um das System vor etwaigen Algen- und Bakterienbelägen zu schützen, sollten Besitzer es beim Reinigen auch desinfizieren.

Sind die Wassertanks schließlich geleert, ist es eine gute Idee, die Hähne geöffnet zu lassen. Das verhindert, dass Restwasser im System verbleibt, sich bei Minusgraden ausdehnt und Frostschäden verursacht. Wer zusätzlich noch in jeden Siphon einen Schluck Frostschutz gibt, verhindert auch an diesen Stellen ein Einfrieren. Nicht vergessen dürfen Wohnmobilfreunde die Spülanlage der Toilette und die Entleerung und Reinigung des Fäkalientanks.

Gründliche Wäsche des Wohnmobils vor der Winterpause

Zum Pflichtprogramm vor der Überwinterung zählt eine gründliche Außenwäsche, Radkästen und Dach inklusive. Hierzu eignen sich dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) zufolge SB-Waschanlagen besonders gut. Vorsicht ist jedoch bei Reifen und Fenstern geboten: Der punktuelle Strahl der Hochdruckreiniger kann Schäden an den Pneus verursachen, für das Acrylglas sind die Reiniger der Waschanlage nicht geeignet. Hier lohnt sich der Kauf spezieller Reiniger aus dem Fachhandel.

Nach der Außenreinigung folgt eine gründliche Innenreinigung. Wichtig ist dabei, das Fahrzeug anschließend gut durchlüften zu lassen. Restfeuchte produziert sonst über die Wintermonate Schimmel. Aus dem gleichen Grund sollten die Möbelklappen, die Türen und natürlich der Kühlschrank über die Winterpause offen bleiben. Die Polster der Sitzflächen sollten außerhalb des Fahrzeugs trocken gelagert, zumindest aber aufgestellt werden.

Etwa einmal im Monat eine Stunde lüften

„Ebenso empfiehlt sich eine regelmäßige Lüftung. Dabei kann auch gleichzeitig überprüft werden, ob Schmelz- oder Regenwasser durch Dachluken oder Fenster eingesickert ist“, sagt Jost Krüger vom CIVD. Rund alle vier bis sechs Wochen sollte man für eine Stunde lüften, das verhindert auch einen muffigen Geruch im rollenden Heim.

Zum Technik-Check zählt auch das Kappen der Versorgungsleitungen für Gas und Strom. Gashähne, Gasschläuche und Druckminderer sollten abgeschraubt werden. Ist eine Bordbatterie vorhanden, wird sie am besten ebenfalls ausgebaut und an einem trockenen Ort frostsicher gelagert. Das verhindert, dass eventuelle Kriechströme die Batterie entladen. Für Wohnmobile empfiehlt der ADAC außerdem, den Tank komplett zu füllen, um Korrosionsschäden zu vermeiden.

Richtige Pflege für den Wohnwagen

Auch die Außenhaut bleibt widerstandsfähiger, wenn sie nach der Wäsche entsprechend gepflegt wird. Das Einwachsen der Blechteile verhindert auch hier Korrosionsschäden. Außerdem sollten alle Dichtungen an Fenstern und Türen mit handelsüblichem Talkum oder Glycerin eingerieben werden. Dies ist besonders wichtig, wenn das Fahrzeug im Freien überwintern muss.

Für diesen Fall empfiehlt der ADAC grundsätzlich, das Wohnmobil oder den Caravan mit einer portablen Garage oder Plane vor Dreck und Blättern zu schützen. „Es gibt alternativ auch feste Dächer, die auf dem Caravan aufgespannt werden. Die Stoffgarage soll auf jeden Fall atmungsaktiv sein und Lüftungsöffnungen haben“, sagt Zöllner.

Kupplungen von Wohnwagen abdecken

Grundsätzlich gehört das Fahrzeug in der Winterpause so aufgebockt, dass sich die Räder frei drehen können. „Damit wird verhindert, dass die Räder später unrund laufen“, erklärt Zöllner. Alternativ können Besitzer auch den Luftdruck erhöhen oder entsprechende Formkeile anbringen. Der ADAC rät auch dazu, die Anhängevorrichtung abzudecken. Denn auch dort kann die Witterung dem Material zusetzen. Dies gilt insbesondere für Kupplungen mit Schlingerdämpfer, so Zöllner.

Wer mit seinem Wohnmobil oder Caravan mit Saisonkennzeichen unterwegs ist, hat auch in der Winterpause einen Versicherungsschutz. „Wichtig ist, dass das Fahrzeug dann nur während der Saison im öffentlichen Verkehrsraum genutzt werden darf“, erläutert Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Beitragsrechnung erfolgt nach Anzahl der gefahrenen Monate, während die Versicherung im Winter beitragsfrei als so genannte „Ruheversicherung“ weiterläuft.

Hauptuntersuchung besser vor der Winterpause

„Versicherungsschutz besteht dann nur in einem „Einstellraum“, zum Beispiel einer Garage oder einem umfriedeten Abstellplatz wie etwa einem geschlossenen Hofraum“, so Suliak. Wird das Fahrzeug so ordnungsgemäß abgestellt, gilt auch außerhalb der Saison die Kfz-Haftpflichtversicherung weiter. „Hat der Halter eine Voll- oder Teilkasko-Versicherung abgeschlossen, umfasst diese auch in der Ruhephase den vollen Schutz einer Teilkaskoversicherung“, erklärt Suliak. „Gegen Diebstahl oder einen Brand ist das Fahrzeug dann auch im Winter versichert.“

Im Auge behalten sollten Wohnmobil- und Caravanbesitzer auch den nächsten Termin für die Hauptuntersuchung (HU). Denn fällt der Termin genau in die Winterpause, ist es besser, das Fahrzeug noch vor dem Einwintern kontrollieren zu lassen. „Rote Kennzeichen sind nicht mehr möglich. Sobald also das Fahrzeug dann ohne Stempel in den Verkehr gebracht wird, muss es direkt zur HU“, erklärt ADAC-Experte Zöllner. (dpa)

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