Auto : Wo gibt’s denn so was?

Ein Kleinwagen, der einfach und gut seinen Job macht: Der Mitsubishi Space Star ist ein Geheimtipp.

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Neuer Einstieg.
Neuer Einstieg.

Bei aller Liebe, der Anblick des neuen Space Star löst keine Frühlingsgefühle aus. Das Autochen mit der ausdruckslosen Front kommt auffallend unauffällig daher. Es ist eines dieser sogenannten Weltautos, die ohne Modifikationen in vielen Ländern verkauft werden. Und was allen gefallen soll, muss halt ohne Ecken und Kanten sein. Doch nach dem Einsteigen und nach den ersten Kilometern wandelt sich die Gemütslage gravierend: Wow! Es gibt in unserer überzüchteten Zeit also doch noch unverfälschte Autos, die nur zum schlichten Fahren da sind und nicht, um Egos zu transportieren.

Der neue Space Star ist einfach, praktisch, gut. Der 3,70-Meter-Mini bietet mehr Platz, als man vermutet. Selbst im Fond sitzen zwei große Erwachsene bequem. Und das Auto erfreut mit einer guten Übersicht, die man in modernen Autos selten findet. Die schlanken A-Säulen behindern die Sicht so gut wie gar nicht. Kompliment. Das ideale Stadtwägelchen also, zumal es mit einem rekordverdächtig kleinen Wendekreis von nur 9,2 Metern glänzt. Weniger als beim Winzling Smart! Auch wenn sich das Lenkrad des Mitsubishi nur in der Höhe verstellen lässt, finden auf den ausreichend großen, aber seitenhaltlosen Sitzen die meisten schnell ihre passende Arbeitsposition.

Beim Fahren stellt man bald fest, wie handlich und kinderleicht dieser neue Mitsubishi zu bedienen ist. Er wuselt durch den Großstadtdschungel schnurstracks zum Supermarkt und lässt sich dort ruck-zuck einparken. Der Kofferraum schluckt mit 235 Liter Volumen ausreichend Getränkekisten, und die Rücksitzlehne lässt sich per Handschlaufe vom Kofferraum aus im Nu umklappen.

Nein, dieser Mini animiert nicht zum flotten Fahren, dazu ist die Lenkung – der einzige richtige Schwachpunkt – zu synthetisch in der Ansprache und zu teigig in der Ausführung. Dafür knausert das Auto intelligent mit Sprit: Mit 920 Kilo gehört es zu den leichtesten Mikroautos, mit einem Luftwiderstand von nur 0,27 (zum Beispiel mit verkleidetem Unterboden wie bei Sportwagen) zu den windschlüpfrigsten und mit den beiden neu konstruierten Dreizylinder-Benzinern (1.0 mit 71 PS und 1,2 mit 80 PS) hat der Space Star Triebwerke unter der Haube, die zu den effizientesten gehören. Zu viel Superlative? Nein, einfache Fakten. Und so fährt sich das Leichtgewicht locker-leicht. Die nicht sehr durchzugsstarken, aber dafür elastischen Dreizylinder surren freundlich.. Auf plattem Land lassen sie sich sogar schaltfaul fahren.. Und bei Bedarf drehen sie mit kräftigem Nähmaschinensound turbinenartig hoch. Dabei lassen sich die Gänge mit dem griffgünstigen Schalthebel spielerisch wechseln. Der Leistungsunterschied zwischen beiden Maschinen ist jedoch nicht so groß, dass er die 2000 Euro Preisunterschied rechtfertigt. Das muss jeder für sich entscheiden. Eigentlich reicht das 71-PS-Aggregat; statt versprochener vier Liter zeigte der Bordcomputer 4,6 Liter. Ein Superwert. Dazu trägt nicht zuletzt der schlaue Eco-Drive-Assistent bei, der genau anzeigt, wann genau man sparsam fährt. Schnell tritt man mit sich selbst in einen Wettstreit, ob es noch sparsamer geht.

Gut, von einem günstigen Auto um die 10 000 Euro darf man keinen hochgestylten Innenraum erwarten. Mit einfachem, gut verarbeitetem, aber zweckmäßigem Cockpit wartet der kleine Mitsu auf. Bei den höherwertigen Ausstattungen lockern silberfarbene Dekoreinsätze das eintönige Schwarz auf. Die Top-Version Shine+ kommt mit Zweifarb-Interieur. Sie kostet dann zwar schon 13 990 Euro, hat aber fast alles drin, vom stärkeren Dreizylinder mit 80 PS über Aluräder bis hin zu SD-Karten-Navi, Klimaautomatik und Smart-Key-System. Zum Vergleich: Ein kleinerer, engerer, schwächerer, durstigerer VW up! ist gut 2000 Euro teurer.

Das Basismodell mit 71-PS-Benziner für 8990 Euro dürfte eher ein Lockvogel sein. Es hat weder Klima noch Radio. Exakt 2000 Euro mehr kostet das Modell Light mit dem kleinen Benziner – die empfehlenswerte Version für die Stadt und mal über Land. Nochmals 2000 Euro mehr verlangt Mitsubishi für die sehr gut ausgestattete Version Shine mit dem größeren Benziner – die Empfehlung für alle, die öfters weitere Strecken fahren.

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