Auto : Wunder gibt’s morgen

Umweltfreundliche Autos auf dem Genfer Salon: Wenig Visionäres, dafür werden die kleinen Lösungen langsam Standard

Thomas Geiger

Liegt es an der Konjunkturkrise? Oder daran, dass in Sachen umweltfreundliches Auto die schnellen Maßnahmen schon erledigt sind? Ökologie und Effizienz stehen auf dem Genfer Autosalon, der noch bis zum 15. März geöffnet ist, nicht mehr so stark im Vordergrund wie auf den letzten Messen. Selbst der vorab angekündigte „Grüne Pavillon“ für Ökotüftler zeigt nur ambitionierte Exoten mit neuen Motorkonzepten in alten Fahrzeugen. Auch die großen Hersteller haben wenig neue Visionen mit zum Frühjahrsgipfel gebracht. Neben einer sportlichen Targa-Version auf Basis des Elektroautos Mitsubishi i-Miev zeigt vor allem der Opel Ampera den Weg in eine sauberere Zukunft. Als neue Fahrzeuggattung, die die Lücke zwischen Hybridantrieb und Elektroauto schließt, sieht der Hersteller selbst sein Produkt. 60 Kilometer weit soll der Ampera nur mit der Kraft seiner Lithium-Ionen-Batterie fahren können. Ein kleiner Benzinmotor als Notstromaggregat steigert die Reichweite auf mehr als 500 Kilometer. Im Jahr 2011 soll der Ampera auf die Straße rollen.

Was in Genf gezeigt wird, ist vor allem Benzinsparen mit konventionellen Mitteln. So ist der neue VW Polo trotz seines größeren Formats gut sieben Prozent leichter und bis zu 20 Prozent sparsamer geworden. Am wenigsten verbraucht er als Blue Motion mit 90 PS starkem TDI: Mit 3,8 Litern ist er dann zufrieden und kommt auf einen CO2-Ausstoß von 98 Gramm je Kilometer. 2010 soll ein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Diesel mit 75 PS folgen, der nur noch 3,3 Liter verbrauchen soll (87 Gramm CO2 / km).

„Das macht ihn zum saubersten Fünfsitzer am Markt“, sagt VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Auch kein Hybridauto am Markt sei sauberer. Damit zielt Volkswagen vor allem auf den Konkurrenten Toyota, der in Genf die Europapremiere des neuen Prius feiert. Die dritte Auflage des erfolgreichen Hybridmodells kann wenige Kilometer komplett elektrisch fahren und kommt auf einen CO2-Ausstoß von 89 g/km. Neben ihm steht in Genf als zweiter Hybrid für die Kompaktklasse der neue Honda Insight. Von den deutschen Herstellern werden zum Herbst vor allem Luxuslimousinen wie der BMW 7er und die Mercedes-S-Klasse sowie die Geländewagen VW Touareg, Porsche Cayenne, BMW X6 und Mercedes ML mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb erwartet.

Dass es gar keine solch tiefen Eingriffe in die Technik braucht, um Sprit zu sparen und CO2 zu vermeiden, beweisen in Genf Neuheiten mit StartStopp-Automatik. Auch bei Importmodellen wie Mazda 3, Hyundai i30 und Suzuki Alto kommt die Technik zum Einsatz, die im Schnitt bis zu 0,2 Liter auf 100 Kilometer spart. Und ebenfalls weiter im Trend ist in Genf das Motoren-Downsizing: Während die Hubräume kleiner werden, sorgt Aufladung mit Turbo oder Kompressor für gleichbleibende Leistung bei sinkendem Verbrauch. Das jüngste Beispiel sind die EcoBoost-Motoren, die Ford im Jahr 2010 bringen will. Für Genf wurden sie in der Studie Iosis Max montiert: Aus 1,6 Liter Hubraum schöpft der Vierzylinder 180 PS und ist dabei laut Hersteller etwa 20 Prozent sparsamer als ein konventioneller Motor. Kombiniert mit Doppelkupplungsgetriebe und StartStopp-Automatik, soll für ein Fahrzeug wie den Iosis Max ein Verbrauch um fünf Liter möglich sein.dpa

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