Auto : Zwei Töpfe, mehr nicht

Ein Zylinderpaar und weniger als ein Liter Hubraum: Wie fühlt sich das im Fiat Punto an?

Multitalent. Der Punto ist mit Motoren für alle aktuell eingesetzten Energiesorten zu haben: Neben Benzin und Diesel treiben auch Erdgas und LPG den kleinen Italiener an. Wir haben den neuen Zweizylinder ausprobiert.
Multitalent. Der Punto ist mit Motoren für alle aktuell eingesetzten Energiesorten zu haben: Neben Benzin und Diesel treiben auch...

„Darf’s ein bisschen weniger sein“, fragten die Fiat-Ingenieure und entwickelten einen Antrieb, an den sie seit den Zeiten des legendären 500 nicht mehr gedacht hatten. Doch in Zeiten von Downsizing gewinnen technische Ideen wieder an Reiz, die man eigentlich bereits ad acta gelegt hatte. Nun also wieder ein Zweizylinder, der als Twinair-Turbotriebwerk nach dem Cinquecento nun auch den Bestseller Punto antreibt.

Getreu dem Motto: Rau, aber herzlich geht der kleine Zweizylinder ans Werk und macht sich vom Anlassen an deutlich bemerkbar. Die Geräuschkulisse ist durchaus gewöhnungsbedürftig und verschwindet auch nicht, wenn der Kleine über die Landstraßen rollt. Erst, wenn der sechste Gang erreicht ist, besänftigt sich der Antrieb ein wenig und wird etwas dezenter.

Für Fiat ist der neue Antrieb „eine perfekte Synthese aus Umweltschutz und Fahrspaß“. Immerhin leistet der 875 ccm große Zweizylinder dank Turboeinsatz 63 kW/85 PS bei 5.500 Umdrehungen. Zusammen mit dem Drehmoment von 145 Nm bei 2.000 Umdrehungen entsteht ein durchaus temperamentvoller Antrieb, der sich nach Werksangaben mit einem Verbrauch von 4,2 Liter pro 100 Kilometer begnügt. Die CO2-Belastung liegt bei 98 Gramm je Kilometer und bei der Effizienzwertung erreicht der Wagen ein B.

Tatsächlich, dass zeigten erste Testkilometer rund um Mailand, liegt der Verbrauch im Alltag wohl deutlich höher, denn der Antrieb verlangt nach lebhaftem Einsatz des Schalthebels, der sich allerdings etwas schwammig durch die Schaltkulisse wühlt. Dennoch vermittelt der kleine Motor vor allem wegen seiner Drehfreudigkeit deutlichen Fahrspaß, der sich im Verbrauch entsprechend ausdrückt.

Der Punto Twinair hebt sich vom Rest der Baureihe durch spezielle 15-Zoll-Alus, schwarze Außenspiegelkappen und einem exklusiven Interieur mit Sportex-Stoffbezügen ab. Zudem schmücken Twinair-Logos die vorderen Kopfstützen. Wem das noch nicht reicht, kann die für das Modell exklusiv entwickelte Metallic-Lackierung Lemon Grün wählen, die immer mit einem schwarz lackierten Dach oder dem Panorama-Glasdach Skydome kombinierbar ist und den Kleinwagen auf Anhieb unübersehbar macht. Der Punto TwinAir wird in den kommenden Monaten auf den Markt rollen und dann 15 200 Euro kosten.

Der Punto, dessen sechste Generation jetzt bei den Fiat-Händlern steht, wurde nur leicht überarbeitet, was sich vor allem an der Frontpartie zeigt, wo dem Kleinwagen wieder ein an Maserati erinnernder Kühlergrill mit in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern einen selbstbewussten Auftritt verschafft. Außerdem wurde die Farbpalette erweitert und der Innenraum sehr dezent modernisiert. Er strahlt eine gewisse Eleganz aus und vermittelt nicht den Eindruck, dass man sich in einem Kleinwagen befindet.

Als Einstieg in die Punto-Palette steht der 1.2 8V Easy noch bis 31. März für 9 900 Euro in den Verkaufsräumen. Der von einem 51 kW/69 PS angetriebene Dreitürer bietet unter anderem vier Airbags, Klimaanlage sowie ein CD-Radio mit MP3-Spieler und ein Tom Tom-Navigationssystem.

Neben den kosmetischen Überarbeitungen wurde auch die Motorenpalette erweitert und modifiziert. Neben dem neuen Twinair-Aggregat bietet auch der Turbodiesel 1,3 Multijet 16V beste Umweltwerte. Das aktuell 62 kW/85 PS leistende Triebwerk kommt auf einen Kohledioxidausstoß von gerade 90 Gramm je Kilometer, was durch die Note A bei der Energieeffizienz belohnt wird. Erreicht wurden diese Werte durch die Einführung einer intelligenten Steuerung der Stromversorgung sowie einem optimierten Öl- und Kühlwasserkreislauf. Außerdem verfügt der Turbodiesel wie auch der Twinair über eine Stopp-Start-Automatik.

Als einziges Modell in seinem Segmentbietet der Punto Motoren für alle aktuell eingesetzten Energiesorten. Darauf ist Fiat besonders stolz. Neben Benzin und Diesel treiben auch Erdgas und LPG den kleinen Italiener an.

An der Spitze der Punto-Palette steht der Sport (ab 14 800 Euro), der mit sportlich geschnittenen Sitzen, Zweizonen-Klimaanlage, beheizbaren Außenspiegeln mit Außentemperaturanzeige sowie in Wagenfarbe lackierten Dachspoiler zu den Kunden rollt. sppr

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