Modemagazin : Muss die "Vogue"-Chefin gehen?

Die Gerüchte um Anna Wintour reißen nicht ab: Muss die mächtige Chefredakteurin des US-Modemagazins "Vogue" ihren Sessel räumen? Britische Klatschblätter und amerikanische Medien-Blogger behaupten das seit Tagen.

Anna Wintour
Für ihre Strenge berüchtigt: Anna Wintour. -Foto: dpa

New YorkAmerikanische und britische Medien berichten, die "Eiskönigin von New York" und Vorbild für den Hollywood-Film "Der Teufel trägt Prada" stehe nach 20 Jahren an Spitze des einflussreichen Magazins vor dem Aus. Wintour selbst dementierte vor ein paar Tagen bei einer Podiumsdiskussion im New Yorker Plaza-Hotel erstmals öffentlich ihren angeblich kurz bevorstehenden Rauswurf. "Ich habe keine Pläne, 'Vogue' jetzt oder in absehbarer Zukunft zu verlassen" sagte die 59-jährige Britin laut "New York Post". Über die Frage, ob Condé Nast-Chef S.I. Newhouse ihren Vertrag verlängert habe, der im kommenden Jahr ausläuft, hüllte sie sich jedoch in Schweigen.

Newhouse selbst ließ die Behauptungen mit allem Nachdruck dementieren, Wintour würde durch Carine Roitfeld, die jüngere Chefredakteurin der französischen "Vogue"-Ausgabe, ersetzt. "Das ist das dümmste Gerücht, das ich je gehört habe und es stimmt schlichtweg nicht", ließ er laut "Wall Street Journal" ausrichten.

Strenges Regiment

Wintour hatte die Leitung von "Vogue" im Alter von 38 Jahren übernommen und mit gewagten Titelbildern zur Modebibel ausgebaut - bei Spitzenzeiten mit über 800 Seiten pro Ausgabe. Dabei führt sie ein strenges Regiment, dem sich selbst die Designer unterwerfen. Keine Modeschau startet, bevor nicht Wintour mit akkurat geschnittenem Pagenkopf und Sonnenbrille in der ersten Reihe sitzt.

Aber der Krise der Printmedien kann auch Condé Nast nicht entkommen. Die Ausgabe "Men's Vogue" wurde auf zwei Ausgaben pro Jahr reduziert, das Lifestyle-Magazin "Vogue Living" ganz eingestellt. Vielleicht soll jetzt auch Wintours angebliches Jahresgehalt von zwei Millionen Dollar eingespart werden. (feh/dpa)