Der Tagesspiegel : Modemuseum in Meyenburg eröffnet

-

Meyenburg - Sie stellten ihre Kleiderschränke auf den Kopf, stöberten auf Dachböden und klapperten Kostümverleihe ab. Irgendwo musste sich doch der passende Hut zum Kleid oder Kostüm finden, sagten sich in den vergangenen Tagen viele Frauen in und um Meyenburg. In der Einladung zur Eröffnung des Modemuseums im Schloss hatte groß die Aufforderung an die Damen gestanden: „Kommen Sie bitte mit Hut!“

Am Pfingstsonntag war dann der große Tag und Museumsgründerin Josefine Edle von Krepl sprach von der „Erfüllung eines Traumes“. Schon als Kind sei ihre Sammelleidenschaft geweckt worden, als sie von ihrer Großmutter ein schwarzes Satinkleid und von ihrer Mutter das Brautkleid geschenkt bekam. Ihr Fundus wuchs in den Jahren danach immer weiter. 1980 betrieb sie die erste private Modeboutique in Ost-Berlin, 1989 übernahm sie einen West-Berliner Antikmodeladen. In kleinen Ausstellungen zeigte die in Fürstenwalde geborene Modedesignerin und Journalistin Teile ihres Schatzes.

Der Zufall führte sie nach Meyenburg, wo gerade eine zusätzliche Nutzung für das Schloss gesucht wurde. Also wurde der Deal perfekt gemacht: Frau von Krepl stellt auf rund 1000 Quadratmetern ihre Kostbarkeiten aus den Jahren 1900 bis 1970 aus, während die Stadt alle Unterhaltungskosten in dem für 5,5 Millionen Euro sanierten Schloss trägt.

Die Sammlung umfasst 351 Kleider, 353 Hüte und 342 Taschen sowie Schuhe, Ketten, Broschen, Ohrringe und Hutnadeln. Auf Infotafeln werden die Geschichten der Exponate erzählt, schließlich sind alle Kleider einst getragen worden. Im Verkaufsraum herrschte schon kurz nach der Eröffnung Hochbetrieb. Hüte waren besonders gefragt. ste.

Das Modemuseum öffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr. Eintritt 7 Euro. Meyenburg liegt etwa 90 Kilometer nordwestlich von Berlin.

0 Kommentare

Neuester Kommentar