Möbelbranche : Engpass bei Billigmöbeln befürchtet

Die Insolvenz von Schieder könnte auf dem Möbelmarkt für Unruhe sorgen. Vielen Händlern drohen durch Lieferengpässe Umsatzeinbußen.

Schieder
Die Insolvenz von Schieder sorgt für Unruhe in der Möbelbranche. -Foto: ddp

Düsseldorf - Die Insolvenz der ostwestfälischen Schieder Gruppe könnte dramatische Auswirkungen auf die ganze Möbelbranche haben. Das schätzt der Hauptgesellschafter der Roller-Markt-Kette, Hans-Joachim Tessner. „Jetzt gilt es, vor allem die Lieferfähigkeit des Möbelherstellers zu erhalten“, sagte er dem „Handelsblatt“. Denn trotz drohender Insolvenz ging die Produktion in den vergangenen Wochen unvermindert weiter. Dies hatte – zumindest kurzfristig – die Nerven vieler Möbelhändler beruhigt, die derzeit ihre Angebote für den Herbst vorbereiteten.

Doch sollte der Insolvenzverwalter jetzt Unternehmensteile schließen, drohten Engpässe mit der Versorgung von preiswerten Möbeln, ist der Chef der Nummer eins unter den deutschen Möbeldiscountern sicher. Tessner schätzt den Schieder-Anteil am Sortiment großer Discounthäuser auf fünf bis sieben Prozent. Die Lücke, die durch einen Ausfall der Produktion bei Schieder entstehen würde, könnte nicht so ohne weiteres von anderen Herstellern geschlossen werden, sagte Tessner. Ein Ausweichen beispielsweise auf chinesische Anbieter verbiete sich allein schon wegen der hohen Transportkosten. Und so könne es vielleicht schon bald sein, dass bestimmte Möbel im unteren Preissegment gar nicht mehr zu den bisherigen Konditionen angeboten werden – sodass die Kunden Käufe zurückstellen, befürchtet Tessner.

Schieder hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem Gespräche mit Banken und Investoren über die weitere Finanzierung des von einem Bilanzskandal betroffenen Unternehmens gescheitert waren. Schieder beliefert 5000 Kunden in 60 Ländern, darunter den schwedischen Möbelkonzern Ikea und den deutschen Discounter Roller. 11.000 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen, davon gut 1000 In Deutschland. ire (HB)