MON 810 : Gericht bestätigt Verbot von Genmais

In einer Eilentscheidung hat das Verwaltungsgericht Braunschweig das Anbauverbot für die genmanipulierte Maissorte MON 810 bestätigt. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte den Anbau der Sorte verboten, weil sie Risiken für Tiere und Pflanzen sieht.

BraunschweigDie Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass aus ihrer Sicht Gefahr für Menschen oder Tiere bestehen könnte. Das sei zwar noch nicht wissenschaftlich bewiesen, aber in diesem Fall würden Anhaltspunkte bereits genügen. Das Verwaltungsgericht betonte, es habe nur zu prüfen gehabt, ob das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Braunschweig (BVL), das im Auftrag von Aigner tätig geworden war, als deutsche Zulassungsbehörde die Risiken des Anbau der Maissorte ausreichend ermittelt und ohne Willkür bewertet habe. Dies sei der Fall gewesen. Gegen die Braunschweiger Entscheidung kann der Konzern beim niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg als nächste Instanz Beschwerde einlegen.

Der US-Konzern hat in die Maissorte MON 810 ein Gen eingeschleust, das Schädlinge vergiften soll. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte den Anbau Mitte April verboten. Seit dem Verbot hat sich der Streit in der Union um den Umgang mit Gentechnologie verschärft. (sp/dpa)