Der Tagesspiegel : Morde und Manipulationen

Im Kriminalgericht stehen aufsehenerregende Fälle zur Verhandlung an

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Im Kriminalgericht in Moabit werden in dieser Woche mehrere spektakuläre Fälle verhandelt. Unter anderem geht es um Mord, versuchten Totschlag, schweren sexuellen Missbrauch, gewerbs und bandenmäßigen Betrug. Gleich am Montag müssen sich Tomislav und Milka S. verantworten: Ihnen wird vorgeworfen, im Februar 2001 ihren Sohn nach Roma-Sitte mit einer damals 13-Jährigen verheiratet zu haben – obwohl sie gewusst haben sollen, dass die Ehe den Gebräuchen entsprechend kurz nach der Hochzeit vollzogen würde. Was dann auch geschehen sein soll, weshalb die Eltern nun der Anstiftung zum Missbrauch angeklagt sind.

Wegen der Schüsse auf einen Polizeiwagen in der Silvesternacht 2004 sitzt ebenfalls am Montag der 43-jährige Mirsad S. auf der Anklagebank: Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft durchschlug das Geschoss die Autoscheibe und verletzte einen Polizisten am Kopf.

Einen Medienrummel wird am Dienstag der Prozessauftakt im Fußball-Wettskandal verursachen: Der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer muss ebenso wie sein Kollege Dominik Marks, der Fußballspieler Steffen Karl sowie die Brüder Ante, Milan und Filip S. zu den Vorwürfen Stellung nehmen, dass sie Manipulationen an Spielen vorgenommen haben, um Wettgewinne zu erzielen (siehe auch Seite 3).

Am selben Tag wird auch der Fall von Hans-Joachim M. verhandelt, der eine Frau im Mai dieses Jahres in einer Laube in Britz mit einem Baseballschläger geschlagen und vergewaltigt haben soll. Wegen Misshandlung eines Kindes steht am Mittwoch der 50-jährige Klaus H. vor Gericht: Er soll seinen zwei Monate alten Enkel, auf den er aufpassen sollte, so stark geschüttelt haben, dass der Säugling erhebliche innere Verletzungen erlitten hatte.

Der spektakuläre Mord an einem Blumenhändler, der im April 2003 getötet worden war und in der Presse Schlagzeilen machte, wird am Donnerstag verhandelt: Petar B. soll zunächst auf die Geldbotin Claudia J. gefeuert haben, um ihr die Tageseinnahmen von 45000 Euro zu rauben. Als der Blumenhändler Kurt H. ihr zur Hilfe eilte, wurde er kaltblütig niedergeschossen.

Auch der Mord an der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü wird am Montag und am Mittwoch weiterverhandelt. Wie berichtet, müssen sich ihre Brüder Ayhan, Alpaslan und Mutlu wegen Mordes verantworten: Sie sollen sie getötet haben, weil sie „wie eine Deutsche“ lebte. tabu

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