Motorsport : Honda steigt aus Formel 1 aus

Jetzt hat die Finanzkrise auch die Formel 1 erwischt. Autobauer Honda stellt sein Engagement in der Formel 1 ein. Doch nicht nur Honda steht unter Druck.

Honda
Honda steigt aus der Formel 1 aus. -Foto: dpa

Tokio Die globale Wirtschaftskrise macht auch vor dem Motorsport nicht Halt: Der japanische Autobauer Honda Motor steigt wegen der verschlechterten Geschäftslage aus der Formel 1 aus. Das gab Honda-Präsident Takeo Fukui am Freitag in Tokio bekannt. Sein Unternehmen werde sich angesichts der weiterhin wachsenden Unsicherheit über die Lage der Weltwirtschaft zum Ende dieses Jahres aus dem kostspieligen Rennsport zurückziehen.

"Es war eine sehr schwierige Entscheidung", sagte Fukui. Auch Vertreter der Regierung zeigten sich über Hondas Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports betrübt. "Das ist sehr schade", sagte Regierungssprecher Takeo Kawamura. "Als Fan der Formel 1 ist das sehr traurig", sagte Finanzminister Shoichi Nakagawa. Industrieminister Toshihiro Nikai drückte die Hoffnung aus, dass Honda in naher Zukunft seine finanziellen Schwierigkeiten überwinden und in den Motorsport zurückkehren werde. Hondas Entscheidung sei ein weiteres Zeichen, dass die Autoindustrie harten Geschäftsbedingungen ausgesetzt ist.

Auch Toyota unter Druck

Damit ist Toyota der einzige in der Formel 1 noch verbliebene japanische Automobilkonzern. Aber auch der Branchenprimus spürt die Folgen der globalen Wirtschaftskrise und musste genau wie Honda seine Ertragsprognosen für das bis 31. März laufende Geschäftsjahr deutlich zusammenstreichen. Einige von Hondas Aktionären hätten den Autobauer zu diesem Schritt gedrängt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Zuvor hatten bereits britische Medien gemeldet, dass Honda dem in Großbritannien ansässigen Formel 1-Team den Ausstieg angekündigt hatte, falls sich kein neuer Sponsor finde. Honda hatte zunächst von 1964 bis 1968 ein Formel 1-Team betrieben. Nach der Rückkehr in die Formel 1 1983 als Motorzulieferer, formte der Konzern 2006 erneut ein eigenes Team, das aber nicht sonderlich glänzte. (ae/dpa)