Mügeln : Polizei nimmt zwei weitere Hetzjagd-Verdächtige fest

Nach der Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln hat die Polizei weitere zwei Tatverdächtige ausfindig gemacht. Die Ermittler haben mit Widrigkeiten zu kämpfen, bisher hätten sich kaum Zeugen gemeldet.

MügelnNähere Angaben lehnte eine Polizeisprecherin mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen ab. Bislang hat die Staatsanwaltschaft nur gegen zwei 21 und 23 Jahre alte Männer Ermittlungsverfahren eingeleitet, die beide aus Mügeln stammen. Insgesamt hatte sich in der sächsischen Kleinstadt am vergangenen Wochenende ein Mob aus rund 50 Leuten an der Jagd auf die Inder beteiligt.

Der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) äußerte die Hoffnung, dass die Ermittlungen schnell vorankommen. Zugleich sagte er: "Ich bleibe dabei, dass es in Mügeln keine rechtsextremistische Gruppierung gibt." Er habe keine Anhaltspunkte dafür, "dass der Rechtsextremismus organisiert operiert hat". Die Inder waren in der Nacht zum Sonntag nach einer Rangelei in einem Festzelt von der Meute gehetzt worden, bis sie sich in eine Pizzeria flüchten konnten. 14 Menschen wurden verletzt, darunter alle Inder und zwei Polizisten.

Die Suche nach Zeugen gestaltet sich nach Angaben der Polizei weiter schwierig. Bisher seien 51 Personen befragt worden, sagte die Sprecherin. Darüber hinaus würden an alle 2400 Haushalte in Mügeln Handzettel mit einem Zeugenaufruf verteilt. "Wir brauchen die Aussagen von denen, die dabei waren", sagte sie. "Wir müssen jedem Einzelnen seine Tat genau nachweisen." Die im Rathaus eingerichtete Anlaufstelle für Zeugen werde leider kaum genutzt. "Wer da hin will, muss durch ein Spalier von Journalisten", sagte die Sprecherin. Davor hätten viele Scheu. (mit dpa)