München : Bürgerbegehren soll Transrapid stoppen

Die Freien Wähler wollen den geplanten Münchner Transrapid mit einem Bürgerentscheid zu Fall bringen. Mit ihrem Vorhaben wissen die Magnetbahn-Gegner den Münchner Oberbürgermeister hinter sich - und den Großteil der Bevölkerung.

Transrapid
Hat viele Feinde: Der Transrapid, heute schon auf dem Flughafen München zu bewundern. -Joerg Koch (ddp)

MünchenDie Gegner einer Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen setzen im Kampf gegen das Großprojekt auf die Macht der Wählerstimmen. Demnach soll ein von den Freien Wählern initiiertes Bürgerbegehren am Tag der Kommunalwahlen im März 2008 die Magnetbahn noch verhindern. SPD und Grüne hatten bereits zuvor angekündigt, den Transrapid zum Wahlkampfthema 2008 machen zu wollen. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat für den 9. Oktober alle Transrapid-Betroffenen zu einer Strategiekonferenz eingeladen. Am 3. November soll in der bayerischen Landeshauptstadt eine Großdemonstration gegen das Magnetbahnprojekt stattfinden.

Einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zufolge ist die große Mehrheit der Bayern weiter gegen den Bau der Transrapid-Strecke in München. 58 Prozent der Befragten sind der Meinung, die bayerische Landesregierung sollte das Projekt ruhen lassen, teilte der Nachrichtensender n-tv mit, der die Umfrage gemeinsam mit der Münchner "Abendzeitung" in Auftrag gegeben hatte. Selbst die Wähler der CSU sind mit knapp über 50 Prozent gegen das Prestigeprojekt.

Unterstützung für die Pläne der bayerischen Staatsregierung kam aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Vize-Fraktionschefin Katharina Reiche sagte, mit der Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern, der Bahn AG und dem Transrapidkonsortium aus ThyssenKrupp und Siemens sei ein Durchbruch für das in der Koalitionsvereinbarung festgeschriebene "Leuchtturmprojekt" erzielt worden. Die bayerische Regierung gibt die Gesamtkosten für den Transrapid mit 1,85 Milliarden Euro an, von denen die Hälfte der Bund und den Rest die weiteren Partner übernehmen sollen. Kritiker befürchten wesentlich höhere Kosten. (mit dpa)