Münchner Kammerspiele : Johan Simons soll neuer Intendant werden

Der niederländische Theatermacher Johan Simons soll neuer Intendant der Münchner Kammerspiele werden. Der 61-Jährige solle 2010 die Nachfolge von Frank Baumbauer antreten, sagte der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers.

Johan simons
Johan Simons ist als neuer Intendant in München im Gespräch. -Foto: dpa

MünchenSimons sei einer der besten europäischen Regisseure, begründete Küppers seinen Vorschlag. "Ich halte ihn für einen der kreativsten Köpfe in Bezug auf Regie, die es überhaupt gibt." Ein Intendanz erfordere aber auch, ein großes Haus mit vielen Mitarbeitern zu leiten. Auch hier bringe Simons, der zurzeit das Nationaltheater Gent in Belgien leitet, Erfahrung mit. "Ich glaube, dass Johan Simons dieses Händchen hat." Der Stadtrat wird bei seiner Vollversammlung am 7. November noch abschließend über den neuen Intendanten entscheiden.

Simons sagte, die neue Aufgabe sei eine "sehr große Ehre". Die Kammerspiele hätten nicht nur ein sehr gutes Ensemble, sondern auch eine gute Infrastruktur und Technik. In seiner Arbeit gehe es ihm unter anderem darum, andere Kulturen hereinzuholen, "weil ich denke, dass man heute als Europäer denken muss". Er wolle deshalb gelegentlich auch Schauspieler und Regisseure aus anderen Ländern engagieren. Er sehe München "mitten in Europa".

Menschen erreichen, die sonst nicht ins Theater gehen

Simons sagte weiter, er wolle auch die Verbindung zur Peripherie suchen und Menschen erreichen, die sonst nicht ins Theater gingen. Dabei sei auch multidisziplinäres Theater wie Musiktheater ein Weg, die Menschen ins Herz zu treffen - nicht nur das Wort könne die Menschen berühren.

Intendant Baumbauer wird das Theater im Sommer 2009 verlassen. In der Saison 2009/2010 solle das Direktorium die künstlerische Leitung des Hauses übernehmen. "Es war mir wert, auf ihn ein Jahr zu warten", sagte Küppers. Dank seiner eigenen künstlerischen Reputation und seiner internationalen Vernetzung könne Simons andere Künstler für eine Arbeit an den Kammerspielen gewinnen. Zudem sehe er die Chance, die internationale Aufmerksamkeit für die Kammerspiele durch einen Intendanten Johan Simons noch zu verstärken, betonte Küppers. (mit dpa)