Murdoch-Pläne : "Wall Street Journal" soll nach Asien expandieren

Mit dem "Wall Street Journal" hat Medienzar Rupert Murdoch Großes vor. Der Webauftritt soll aufgewertet und kostenfrei werden. Der Printtitel der Zeitung wird Ausgaben für China und Indien bekommen. Auch das Europa-Geschäft wird ausgebaut.

SydneyNach der Übernahme des "Wall Street Journal" plant Medienzar Rupert Murdoch auch Ausgaben der legendären Zeitung für China und Indien. Damit wolle er die weltweite Verbreitung des Blattes erhöhen, sagte der aus Australien stammende Milliardär der ebenfalls zu seinem Medienimperium News Corp gehörenden Zeitung "The Australian". Zu diesem Zweck wolle er in beiden Ländern Gemeinschaftsunternehmen gründen. Zudem sollten die Geschäfte des "WSJ" in Europa ausgebaut werden, kündigte Murdoch an.

Zunächst will Murdoch sich nach eigenen Angaben aber auf den US-Markt konzentrieren. "Die erste Aufgabe wird sein, die Zeitung in den USA und ihre Internetseite wsj.com zu verbessern, um die Berichterstattung zu verbreitern", sagte er "The Australian". Dafür solle der Zugang zur Internetseite kostenlos gemacht werden. Es gehöre zur "Kultur des Internet", die Inhalte kostenlos anzubieten. Zudem könne auf diese Weise die Zahl der Nutzer der Internetseite von derzeit einer Million auf etwa 20 Millionen gesteigert werden. Angebote, für die sich die Nutzer anmelden müssten, wären "ein Fehler", sagte er.

Der Umfang der Printausgabe solle um 15 bis 20 Prozent steigen, derjenige der Wochenendausgaben werde sich hoffentlich verdoppeln, fügte Murdoch hinzu. Dazu solle die nationale und internationale Berichterstattung ausgebaut werden, erläuterte er. Murdoch hatte das "WSJ" im August nach mehrmonatigen Verhandlungen für 5,6 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Dollar) übernommen. Dies hatte zu Befürchtungen geführt, das "WSJ" könne seine redaktionelle Unabhängigkeit einbüßen. Der Konservative Murdoch steht im Ruf, die ihm gehörenden Medien auch inhaltlich beeinflussen zu wollen. (mit AFP)