Museen : Neumann macht Druck bei Rückgabe von NS-Raubkunst

Die Nachforschung nach Kunstwerken von jüdischen Eigentümern in deutschen Museen soll weiter verstärkt werden. Während der NS-Zeit war es jüdischen Mitbürgern verboten, Kunst zu besitzen.

BerlinJuden wurden von den Nationalsozialisten enteignet oder die Kunstwerke gegen den Willen der Besitzer zum Verkauf angeboten. Die Rückgabe von Kunstwerken soll in Deutschland künftig "transparenter, koordinierter und nachvollziehbarer" werden, kündigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) an. So wird beim Institut für Museumsforschung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bereits im Januar 2008 eine eigene Arbeitsstelle für die sogenannte Provenienzrecherche und -forschung eingerichtet.

Die Arbeitsstelle, für die von 2008 an eine Million jährlich zur Verfügung steht, soll Museen, Bibliotheken und Archive dabei unterstützen, Kulturgüter zu identifizieren, die in der NS-Zeit den rechtmäßigen Eigentümern entzogen wurden. Außerdem wird bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg ein Fachbeirat eingerichtet, der die Zusammenarbeit mit den Museen "besser und vertrauensvoller" gestalten soll. Eine von Neumann eingerichtete Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Kommunen sowie Museen und anderen Kultureinrichtungen hatte sich am Mittwoch zu einer abschließenden Sitzung getroffen. (mit dpa)