Museumsinsel : Aus Schäden klug werden am Neuen Museum

Nachdem das Neue Museum neuerdings wieder ohne Bauplanen dasteht, kann die Diskussion um die angemessene Art der Restaurierung munter weitergehen.

Neues Museum
Mahnmal des Krieges. Die Fassaden sollen auch weiterhin viel blankes Mauerwerk mit Inseln von erhaltenem Putz zeigen. -Foto: Uwe Steinert

Mit oder ohne Einschusslöcher? Das war seit jeher eine Kardinalfrage, wenn es in Berlin um die Reparatur kriegsbeschädigter Baudenkmäler ging. „Bei dem Sanierungskonzept von David Chipperfield Architects hat der Wiederaufbau unter Berücksichtigung der verschiedenen Erhaltungszustände des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Baus Priorität“ – so informiert die Stiftung Preußischer Kulturbesitz über die laufenden Arbeiten an dem Stüler-Bau, der vom 6. bis 8. März bei Tagen der offenen Tür zur Besichtigung freigegeben wird, mit noch leeren Räumen.

Allein schon diese wie auch die Außenansicht werden voraussichtlich kontrovers diskutiert werden, bedeuten doch die „verschiedenen Erhaltungszustände“, dass sich etwa die Fassade keineswegs glatt und sauber verputzt darbietet, wie man es von einem sanierten Bau zunächst erwartet. Teilweise ist die originale Kunst der Maurer großflächig zu besichtigen, ein rotbraunes Ziegelmeer, in dem sich die sandfarbenen Inseln des erhaltenen Putzes etwas verloren ausnehmen. Nicht dass jemand auf den Gedanken käme, es handle sich um einen Neubau. ac

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