Der Tagesspiegel : Mutmaßliche Kindstöterin schweigt

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Frankfurt (Oder) – Die Mutter, die im Verdacht steht, neun ihrer neugeborenen Babys umgebracht zu haben, wird in ihrer Zelle in der Haftanstalt Duben für die nächste Zeit schweigen. Dies hat der Anwalt von Sabine H. (39) seiner Mandantin nahe gelegt. „Ohne genaue Akteneinsicht kann ich ihr noch keine konkreten Ratschläge geben“, sagt Rechtsanwalt Matthias Schöneburg. Der Potsdamer hatte unter anderem den Serienmörder Frank Schmökel vertreten.

Matthias Schöneburg findet es „höchst bedenklich“, dass ein anderer Anwalt, der sich ebenfalls um das Mandat beworben hatte, Details aus einem persönlichen Gespräch mit ihr an die Öffentlichkeit gegeben hatte. So soll Sabine H. unter anderem erzählt haben, dass das vierte Kind, das sie geboren hatte, bei einer Sturzgeburt in die Toilettenschüssel gefallen sei. Als die Mutter aus dem Alkoholrausch erwachte, sei der Säugling bereits tot gewesen. „Ich habe dem Rechtsanwalt schriftlich untersagt, weiterhin solche Äußerungen zu verbreiten“, sagt Schöneburg.

Er selbst habe mit Sabine H. mehr als drei Stunden gesprochen. „Ich denke, sie ist eine wache und aufgeschlossene Person.“ Sie sei „deutlich betroffen“ von dem, was passiert ist. Sabine H. habe in der Zelle geweint, sei aber froh, endlich über das Geschehene reden zu können. Momentan ziehe sie sich auf eigenen Wunsch zurück, das heißt: Sie verzichtet auf Fernsehen im Gemeinschaftsraum oder auf den Freigang im Hof. „Sie hat natürlich Angst, wie ihre Mithäftlinge reagieren“, sagt Schöneburg. Derweil haben auch gestern wieder Polizeibeamte nach Spuren gesucht, die auf weitere Babyleichen hinweisen. So wurde der Keller eines früheren Wohnhauses von H. in Frankfurt leer geräumt – gefunden wurde nichts. tabu

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