Myanmar : 3000 Menschen demonstrieren gegen Militärjunta

Die Mönche in Myanmar verstärken weiter den Protest gegen die Militärjunta. Heute haben rund 1500 Geistliche und ebenso viele einfache Bürger gegen Missstände demonstriert. Mehr als 150 Menschen wurden in den vergangenen Wochen festgenommen.

Birma3
Proteste im Regen -Foto: AFP

RangunNach Gebeten an einer Pagode im Norden der größten Stadt Rangun und an der berühmten Shwedagon-Pagode zogen die barfüßigen Robenträger unter Begleitung und Beifall aus dem Volk zum Teil durch knietiefes Wasser vor das Rathaus, wie Augenzeugen berichteten. Dort beteten sie erneut und versprachen, dass Frieden und Sicherheit die Oberhand gewinnen und der Bevölkerung kein Leid geschehen werde. Die Sicherheitskräfte griffen nicht ein.

Rund hundert Frauen schirmten die Mönche mit einer Menschenkette ab. Im Inneren des Rathauses befanden sich ranghohe Vertreter der Militärregierung. Die Behörden, die öffentliche Proteste normalerweise nicht zulassen, ließen die Mönche gewähren. Unter die demonstrierenden Bürger mischten sich allerdings Polizisten in Zivil. Beobachtern zufolge fürchten die Generäle, dass Gewalt gegen die religiösen Männer einen Aufstand auslösen könnte. Nach der Kundgebung vor dem Rathaus zogen die Demonstranten zur nahe gelegenen Sule-Pagode weiter.

Mönche einzig organisierte Oppositionsgruppe

Die buddhistischen Mönche, die nicht nur hohes Ansehen in Myanmar genießen, sondern auch die einzige Gruppe außerhalb der Armee mit einer landesweiten, funktionierenden Struktur und Organisation sind, stehen an der Spitze der jüngsten Protestbewegung. Begonnen hatte sie im August, nachdem die Militärführung die Brennstoffpreise drastisch erhöht hatte.

Während die Proteste in Rangun bisher friedlich verliefen, hatten die Militärs einen Marsch von Mönchen in der Stadt Sittwe am Mittwoch mit Tränengas und Warnschüssen aufgelöst. Die Botschafter der USA und Großbritanniens bei den Vereinten Nationen in New York hatten erklärt, sie seien über die Reaktion der Junta auf den friedlichen Protest "entsetzt". Sie verlangten am Donnerstag eine Einreisegenehmigung für den UN-Sonderbeauftragten Ibrahim Gambari.

Die friedlichen Kundgebungen sind die längste öffentliche Kritik an der Regierung seit der großen Oppositionsbewegung von 1988, die gewaltsam niedergeschlagen wurde. Myanmar wird seit 45 Jahren vom Militär regiert. Die Führungsfigur der Opposition, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, steht - mit Unterbrechungen - seit 17 Jahren unter Hausarrest. (mit AFP)