Mysteriöser Kriminalfall : Gestohlene Ptolemäus-Weltkarte wieder entdeckt

Eine wertvolle Weltkarte des griechischen Geographen Ptolemäus, die aus der spanischen Nationalbibliothek in Madrid gestohlen wurde, ist in den USA wieder gefunden worden. Der Hauptverdächtige, ein angeblicher Historiker, ist spurlos verschwunden.

MadridDas FBI habe das Dokument bei einem Sammler in New York sichergestellt, berichtete die spanische Zeitung "El País" unter Berufung auf die Bibliotheksleitung. Experten schätzen den Wert der Weltkarte auf etwa 100.000 Euro. Sie stammt aus Ptolemäus' Werk "Geographiae" und war in einem 1508 in Rom gedruckten Buch erschienen. Im Zusammenhang mit dem Diebstahl war die Schriftstellerin Rosa Regàs im August als Direktorin der Nationalbibliothek zurückgetreten. Der 74-Jährigen war vorgeworfen worden, den Vorfall verschwiegen zu haben.

Die nun sichergestellte Weltkarte ist allerdings nur eines von 19 Dokumenten, die in der Bibliothek gestohlen wurden. Der Hauptverdächtige ist ein Historiker aus Uruguay, der von 2004 bis 2007 zu Forschungszwecken Zugang zu wertvollen Büchern erhalten hatte. Er soll mehrere Weltkarten und andere Schriften mit einem in die Bibliothek geschmuggelten Papiermesser herausgetrennt haben. Der Mann ist spurlos verschwunden. Die Polizei schließt nicht aus, dass er in Wirklichkeit gar kein Historiker ist und er sich mit einem gefälschten Ausweis in der Bibliothek anmeldete.

Schon vor Wochen war gemeldet worden, eine weitere Weltkarte sei in Australien aufgetaucht. Die Polizei hat dies aber noch nicht bestätigen können. (mit dpa)