Nach Amtsantritt : Netanjahu will neue Friedensgespräche aufnehmen

Erster direkter Kontakt nach dem Machtwechsel: Israels neuer Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Palästinenser-Präsident Machmud Abbas eine Zusammenarbeit für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts angeboten.

JerusalemZwei Wochen nach seinem Amtsantritt telefonierte Netanjahu mit Abbas, wie sein Büro mitteilte. Dabei habe er deutlich gemacht, mit Blick auf den Frieden an die Zusammenarbeit und die Gespräche anknüpfen zu wollen, die beide in der Vergangenheit geführt hätten. Netanjahu war schon einmal Ende der 90er Jahre israelischer Ministerpräsident.

Die Initiative des Gesprächs ging jedoch von Abbas aus. Netanjahus Büro zufolge hatte der Palästinenser-Präsident den Likud-Vorsitzenden angerufen und ihm und seiner Familie zum jüdischen Pessach-Fest gratuliert. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei. Netanjahus Büro beschrieb das Gespräch als "freundlich und warm". Abbas betonte, beide Seiten müssten sich für den Frieden einsetzen. Der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat hatte noch am Freitag erklärt, Abbas mache Friedensgespräche abhängig von Israels Bekenntnis zum US-vermittelten Annapolis-Prozess, der auf eine Zwei-Staaten-Lösung in der Region hinausläuft.

Nach israelischen Medienberichten war es das erste Gespräch der beiden Spitzenpolitiker seit Netanjahus Amtsantritt im vergangenen Monat. Der rechtsorientierte Netanjahu hat bislang die Einrichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates nicht zugestanden. Er steht unter starkem internationalen Druck, den Friedensprozess mit den Palästinensern fortzusetzen. Der neue ultra-nationalistische israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte dagegen erklärt, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern seien in ihrer bisherigen Form beendet. (rf/dpa/Reuters)