Nach dem Finale : Fans weitgehend friedlich - aber Randale im Osten

Nach dem 0:1 der deutschen Elf im EM-Finale blieben die Fans in Deutschland weitgehend friedlich. In der Schweriner Innenstadt aber haben am Sonntagabend 300 Menschen randaliert. Die Gruppe habe Mülltonnen angezündet und mit Steinen geworfen, teilte die Polizei am Morgen mit. Drei Beamte wurden bei der Auseinandersetzung verletzt. In Magdeburg waren nach Spielende rund 100 Randalierer durch die Innenstadt gezogen, hatten Müllcontainer angezündet sowie Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen.

Einsatzautos wurden beschädigt, Verletzte gab es nach Angaben der Polizei aber nicht. In den meisten Städten nahmen die Fans die Niederlage sportlich, es kam nur vereinzelt zu Rangeleien.

Rund 400 Menschen blockierten Montag früh über mehrere Stunden eine Bundesstraße im sächsischen Bautzen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die größtenteils jungen Leute hätten sich offenbar gezielt zu der Aktion nach dem Ende des EM-Finales verabredet, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Görlitz. Als die rund 200 Einsatzkräfte die Straße räumen wollten, seien sie beleidigt und angegriffen worden. Zwei Polizisten wurden verletzt, mehrere Einsatzfahrzeuge beschädigt. Die Beamten nahmen sieben Randalierer vorübergehend fest, neun weitere kamen in Gewahrsam.

In Halle kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und Einsatzkräften. 17 Polizisten wurden leicht verletzt, mehrere Haltestellen und Müllcontainer beschädigt.

In Berlin sind im Zusammenhang mit dem EM-Finale bis zum Montagmorgen 59 Menschen festgenommen worden. Dabei habe es sich um die "typischen Volksfestdelikte" wie Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Drei Personen seien verletzt worden. Die Zahlen nannte der Sprecher "verschwindend gering gemessen an den vielen Leuten".

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte am Sonntagabend in Wien mit 0:1 gegen Spanien im Endspiel der EM 2008 verloren. Auf der Fanmeile in Berlin hatten sich nach Veranstalterangaben mehr als 500 000 Fans eingefunden. Die Polizei war am Sonntag rund um die Fußball-Partys in Berlin mit insgesamt 1600 Polizisten im Einsatz, darunter Beamte der Bundespolizei sowie aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Im Münchner Olympiastadion gab es Reibereien, als enttäuschte Fans beim Public Viewing den Rasen stürmten. Bilanz: Einige Leichtverletzte. In Wien nahm die Polizei zehn deutsche Fans vorläufig fest. Die enttäuschten und vermutlich betrunkenen Fußballanhänger hatten unter anderem Autos beschädigt.

Ansonsten meldeten die Polizeidienststellen in der Bundesrepublik in der Nacht zum Montag übereinstimmend: "Keine Zwischenfälle. Die Fans zogen bisher sehr diszipliniert, sehr ruhig und sehr anständig als faire Verlierer von der Fan-Meile", hieß es in Berlin. (dpa/ddp)