Der Tagesspiegel : Nach den Rasern werden jetzt auch Drängler gefilmt Kameras an den Autobahnen kontrollieren Sicherheitsabstände

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Die Polizei verstärkt ihre Jagd nach Verkehrssündern. „Seit Anfang Dezember wird auf Autobahnen auch der Abstand zwischen den Fahrzeugen gemessen“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Heiko Homburg. Von Januar bis Ende November 2003 seien auf den Brandenburger Autobahnen 1356 Personen bei 6219 Unfällen verunglückt. 52 Menschen starben – 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hauptunfallursachen waren laut Homburg Raserei, Drängeln sowie Fehler beim Einfädeln.

Neben der Tempoüberwachung setze die Polizei jetzt verstärkt Technik zur Abstandsmessung ein. Dazu seien bisher zwölf Messstellen eingerichtet worden, wo Kameras sämtliche Fahrvorgänge in ein bereitstehendes Polizeiauto übertragen und auf Video aufzeichnen. Die Abstände zwischen den Fahrzeugen und die Geschwindigkeit könnten beweissicher berechnet werden.

Eine zweite Kamera ermöglicht nach Homburgs Darstellung, Fahrer und Fahrzeuge zu identifizieren. Auch Verstöße gegen die Anschnallpflicht oder das Telefonieren per Handy am Steuer ließen sich feststellen. In den kommenden Monaten sollen zusätzliche zivile Funkstreifenwagen zur flächendeckenden Verkehrsüberwachung eingesetzt werden. Um das Verhalten der Autofahrer zu verändern, werden die Fahrzeuge ebenso wie die Videowagen auf den Autobahnen mit entsprechender Aufzeichnungstechnik ausgestattet. Außerdem ist beabsichtigt, im neuen Jahr auf ausgewählten Abschnitten stationäre Geräte zur Geschwindigkeitsmessung zu installieren. „Daneben wird die Polizei verstärkt in Baustellenbereichen den Verkehr mit mobiler Messtechnik überwachen“, kündigte Homburg an.

In den ersten elf Monaten 2003 wurden in Brandenburg 6,1 Prozent weniger Unfälle registriert als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten sank um 7,6 Prozent auf 12959; die der Verkehrstoten um 10,4 Prozent auf 301. Zurzeit seien landesweit 23 Radarwagen, sechs Lichtschranken-Messwagen, 99 Lasergeräte und neun Videowagen im Einsatz. dpa

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