Nach Kritik aus China : Koch: Weitere Staatschefs werden Dalai Lama unterstützen

Nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch hat China aus gutem Grund so heftig auf das Treffen von Angela Merkel mit dem Dalai Lama reagiert: Weitere Regierungschefs würden sich wohl nun für ein unabhängigeres Tibet einsetzen.

Hinter der scharfen Kritik der chinesischen Führung am Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Dalai Lama steckt nach Ansicht des CDU-Vizevorsitzenden und hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch "die Sorge, dass andere Staats- und Regierungschefs dem Beispiel der Kanzlerin folgen und dem Dalai Lama Unterstützung bei seinem friedlichen Kampf für mehr Autonomie für Tibet zusagen werden".

Dies werde nach seiner Überzeugung auch geschehen, sagte Koch dem Tagesspiegel. In der Folge werde es für die chinesische Führung sehr viel schwieriger, die Menschenrechtsfrage aus der Diskussion vor den olympischen Spielen 2008 herauszuhalten. "Die chinesische Führung - und das ist schmerzhaft für sie - muss zur Kenntnis nehmen, dass die freie Welt nicht bereit ist, das Thema der Menschenrechte und der Situation des tibetischen Volkes zu vergessen und zu verschweigen", fügte Koch hinzu. (Tsp.)