Nach Pannen in AkW : Ministerin drängt auf Aufklärung

Nach den Pannen in den Atomkraftwerken suchen die Experten weiter nach den Ursachen. In Brunsbüttel soll es einen Kurzschluss gegeben haben. In Krümmel ist es nach dem Feuer noch zu heiß, um die Brandursache zu untersuchen.

Kiel Nach den schweren Pannen in zwei norddeutschen Atomkraftwerken hat das schleswig-holsteinische Sozialministerium als Aufsichtsbehörde die Betreiber zu Gesprächen bestellt. Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) wolle sich von Vattenfall Europe sowie von Gutachtern des TÜV und des Germanischen Lloyd informieren lassen, sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer.

Eine genauere Untersuchung des beim Atomkraftwerk Krümmel ausgebrannten Transformatorengebäudes werde wahrscheinlich erst am Sonntag möglich sein. "Das Problem ist, dass es nach wie vor sehr heiß ist", sagte Breuer. "Das wird wohl heute nichts mehr werden." Am Freitag hatte ein Sachverständiger im Schutzanzug einen kurzen Blick in das Gebäude geworfen und sehr starke Zerstörungen an dem Transformator festgestellt. Bei dem Zwischenfall am Donnerstag hatte sich ersten Erkenntnissen zufolge Öl entzündet, mit dem das Gerät gekühlt wird. Der 30 Kilometer südöstlich von Hamburg gelegene 1400-Megawatt-Reaktor hatte sich automatisch abgeschaltet.

Kurzschluss in Brunsbüttel

Verantwortlich für die Abschaltung des Atomkraftwerkes Brunsbüttel an der Unterelbe und einen kleinen Schwelbrand an einer Turbine am Donnerstag sind den Ermittlungen zufolge Arbeiten an einem Bauteil außerhalb des eigentlichen Kraftwerks. Nach Breuers Angaben wurden an der Stromübergabestelle vom Kraftwerk ins Netz Arbeiten ausgeführt. Beim Wiederanschalten sei es zu einem Kurzschluss gekommen, das Kraftwerk wurde vom Netz genommen und heruntergefahren. Durch den plötzlichen Leistungsverlust sei es in einer Turbine zu Problemen gekommen, die den Schwelbrand auslösten. Dieser sei aber schnell mit Handfeuerlöschern erstickt worden, sagte der Sprecher. In beiden Atomkraftwerken wurde keine Radioaktivität frei, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Über die Höhe des möglichen Schadens machte der Betreiber bis Samstag keine Angaben. In einem Bericht der Zeitung "Hamburger Abendblatt" ist die Rede von knapp 1,7 Millionen Euro Verlust pro Tag allein wegen des Stillstands in Krümmel. (mit dpa)