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Nach Spitzel-Affäre : Potsdamer Stadtwerke-Chef Paffhausen muss gehen

Auf einer Sondersitzung am heutigen Freitagvormittag soll verkündet werden, dass der langjährige EWP- und Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen nach der Potsdamer Spitzel-Affäre seinen Hut nimmt.

Sabine Schicketanz
Der langjährige EWP- und Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen muss nach der Spitzel-Affäre gehen.
Der langjährige EWP- und Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen muss nach der Spitzel-Affäre gehen.Foto: Manfred Thomas

In der Potsdamer Spitzel-Affäre überschlagen sich die Ereignisse: Nach PNN-Informationen tritt noch am heutigen Freitagvormittag der Aufsichtsrat der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) zu einer Sondersitzung zusammen. Dort soll dem Vernehmen nach verkündet werden, dass der langjährige EWP- und Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen seinen Hut nimmt. Damit würde er einer Abberufung zuvor kommen, die die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit erzwingen will. Hinter einem entsprechenden Antrag von SPD-Fraktionschef Mike Schubert hatten sich alle Fraktionen bis auf Die Linke versammelt.

Der EWP-Aufsichtsrat kann Paffhausen formell nicht als Geschäftsführer abberufen; offenbar sollen die Mitglieder heute einer Trennung in beiderseitigem Einvernehmen zustimmen. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der bisher an Paffhausen festgehalten hatte, soll am Donnerstagabend in der Stadtwerke-Zentrale mit dem Geschäftsführer beraten haben. Am späten Abend wurden den Aufsichtsratsmitgliedern die Einladungen zur heutigen Sitzung zugestellt.

Paffhausen wird in der Spitzel-Affäre vorgeworfen, ein anderes städtisches Unternehmen und die Praktiken seines Geschäftsführers mit einer von einem früheren Stasi-Offizier geführten Privatdetektei ausgeforscht zu haben. Nach einem vertraulichen Prüfbericht des Rechtsanwalts Joachim Erbe hat die Detektei seit 2001 Aufträge mit einem Volumen von einer Million Euro erhalten, wobei für die Hälfte der Summe keine konkreten Leistungen der Detektei nachgewiesen werden könnten.

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