Der Tagesspiegel : Nachama will weiter predigen

Rabbiner gegen „Rufschädigung“

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Der liberale Rabbiner und frühere Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Andreas Nachama, sieht sich einer rufschädigenden Kampagne ausgesetzt. Der Kultusdezernent der Jüdischen Gemeinde, Natan Del, versuche „mit allen Möglichkeiten, eine liberale Stimme mundtot zu machen“, sagte Nachama dem Tagesspiegel, der zu Beginn der Woche von der Gottesdienstliste der Jüdischen Gemeinde gestrichen worden war. Als Begründung dafür hatte Del angeführt: „Ich weiß ja nicht mal, ob Nachama überhaupt ein Rabbiner ist. Er hat nie Unterlagen bei mir eingereicht.“

Nachama hielt seit 1999 in den Synagogen in der Herbartstraße in Charlottenburg und im Zehlendorfer Hüttenweg regelmäßig ehrenamtlich Gottesdienste ab. Er hat Del mittlerweile durch einen Anwalt sein Rabbinatsdiplom vom Juli 2000 zugeschickt. Del erklärte am Freitag, der GemeindeVorstand habe beschlossen, nur noch die angestellten Rabbiner auf die Liste aufzunehmen, nicht mehr Ehrenamtliche. Offiziell wird Nachama am Sonnabend zum letzten Mal in der Herbartstraße und im Hüttenweg den Gottesdienst durchführen – geht aber davon aus, dass er auch weiter predigen wird. clk

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