Nachbarschaftsstreit : Meckel zieht weg

Der jahrelange Streit zwischen dem SPD-Bundestagsabgeordneten Markus Meckel und Einwohnern von Mahlendorf in der Uckermark hat vorläufig ein überraschendes Ende gefunden. Der Politiker hat den Nachbarschaftsstreit satt

Claus-Dieter Steyer
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Markus MeckelFoto: pa/dpa

Mahlendorf - In Kürze verlässt der letzte DDR-Außenminister Markus Meckel sein Wochenendhaus in dem nur vier Häuser zählenden Dorf und zieht in einen anderen Teil seines Wahlkreises Uckermark/Barnim um. „Die Situation in Mahlendorf wurde zunehmend unerträglicherer und entwickelte sich letztlich für seine Familie und ihn als nicht mehr zumutbar“, teilte sein Büro in Berlin mit. Meckel sei zuletzt von Personenschützern bewacht worden.

Seit fast zehn Jahren mussten sich Gerichte mit gegenseitigen Vorwürfen von Beleidigungen, Diebstählen und übler Nachrede beschäftigten. Bundesweit bekannt wurde 2007 der Streit um eine angeblich von Meckel gestohlene Zaunlatte. Ein vor dem Landgericht Neuruppin geschlossener Vergleich, der den Bundestagsabgeordneten vom Diebstahl freisprach, aber ihm gleichzeitig die zeitweilige Verwendung einer Holzstange aus dem Besitz von Nachbarn bescheinigte, führte keineswegs zu Ruhe in dem abgelegenen Flecken.

Im Januar eskalierte der Streit erneut: Meckel wollte seinen Abwasserschacht kontrollieren, der über ein Nachbargrundstück verläuft. Die Ehefrau soll den Abgeordneten beschimpft und ins Gesicht geschlagen haben. Ihr Ehemann hat Meckel laut Staatsanwaltschaft geohrfeigt. Beide bestritten die Angriffe und beschuldigten ihrerseits den ungeliebten Nachbarn der Körperverletzung. Nun knallen in Mahlendorf die Sektkorken – nur nicht bei Markus Meckel. Ste.

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