Der Tagesspiegel : NACHRICHTEN

Gemeindeschwester-Projekt

für 2009 gesichert

Potsdam - Das Modellprojekt „Gemeindeschwester Agnes“ kann auch im neuen Jahr fortgeführt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg und der Hausarztverband Berlin/Brandenburg hätten sich darauf verständigt, sich ab Januar 2009 als „Übergangs lösung“ an einer Teilfinanzierung zu beteiligen, teilte ein KV-Sprecher am Donnerstag mit. Damit sei das drohende Aus abgewendet worden. Das Projekt „Agnes“ soll – wie in der DDR – die medizinische Versorgung in ärztlich unterversorgten Regionen durch Gemeindeschwestern gewährleisten. Ein 2006 in Südbrandenburg gestartetes Modellprojekt, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert wurde, war in diesem Jahr ausgelaufen. Das Potsdamer Gesundheitsministerium hatte Krankenkassen und KV gedrängt, an einer Fortführung mitzuwirken. Die KV habe sich zu einer Teilfinanzierung gemeinsam mit den brandenburgischen Kassen entschlossen, damit das Projekt weiter geprüft werden könne, sagte Brandenburgs KV-Vorsitzender Hans-Joachim Helming. Es gebe noch eine Reihe offener Fragen zur Finanzierung, Qualifikation, Leistungsspektrum und Einsatzgebiet der Gemeindeschwester. ddp

Gedenkstättenstiftung übernimmt früheres KGB-Gefängnis in Potsdam

Potsdam - Die Gedenkstätte im früheren Potsdamer KGB-Gefängnis kommt unter das Dach der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Es werde eine Stiftung „Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam“ gegründet, die von der Gedenkstättenstiftung treuhänderisch verwaltet wird, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. „Es gibt kaum eine zweite Haftanstalt, die in so beklemmender Authentizität erhalten ist", sagte Stiftungsdirektor Günter Morsch. Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) betonte, das Haus werde zu einer Erinnerungsstätte von europäischer Bedeutung. Der Evangelisch-Kirchliche Hilfsverein bringe das nach 1945 vom sowjetischen Militärgeheimdienst genutzte Gebäude sowie den 2008 fertiggestellten Neubau eines Besucherzentrums als Eigentümer in die Stiftung ein, die je zur Hälfte vom Land und vom Bund finanziert werde. Nachdem das historische Gebäude bereits saniert wurde, stünden jetzt rund 750 000 Euro aus Mitteln von Land und Bund für die Schaffung einer Ausstellung bereit. In dem ehemaligen Pfarrhaus befand sich den Angaben zufolge von 1946 bis 1955 das zentrale Untersuchungsgefängnis der militärischen Spionageabwehr der Sowjetunion in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Hier waren neben Sowjetbürgern zahlreiche deutsche Zivilisten inhaftiert, die zum Tode verurteilt oder in sowjetische Arbeitslager verschleppt wurden. Später bis vermutlich Mitte der 1980er Jahre wurde das Haus als Gefängnis für sowjetische Soldaten genutzt. Die Stiftung soll durch Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen an das Unrecht erinnern und die Geschichte des Hauses erforschen. ddp

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