Der Tagesspiegel : NACHRICHTEN

Angeklagte gestehen

Attacke auf Busfahrer

Berlin – Nach einem Überfall auf einen 39-jährigen BVG-Busfahrer in Köpenick sitzen seit gestern zwei 23 und 24 Jahre alte Männer auf der Anklagebank. Das Opfer war im März geschlagen, getreten und mit einer Schreckschusspistole beschossen worden. Die Anklage geht davon aus, dass die Täter die Fahrgeldkasse rauben wollten. Patrick S. und Karsten D. gaben vor Gericht die Misshandlungen zu, bestritten jedoch eine Raubabsicht. Beide hatten nach eigenen Angaben gezecht und Drogen konsumiert. Er habe sich durch den Fahrer fälschlicherweise „provoziert gefühlt“, erklärte der Jüngere. K.G.

Prozess um Maikrawalle:

Keine Befangenheit des Gerichts

Berlin – Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Mai-Randalierer wegen Mordversuchs sind die Verteidiger mit Befangenheitsanträgen gegen die Richter gescheitert. Es gebe keinen Anlass, an der Unparteilichkeit des Gerichts zu zweifeln, entschied am Freitag eine andere Strafkammer. Die 17- und 19-jährigen Angeklagten sollen am Abend des 1. Mai in Kreuzberg eine Brandflasche geworfen haben. Die Schüler, die seitdem in Untersuchungshaft sitzen, bestreiten dies. Sie wollen verwechselt worden sein. K. G.

Autobahnplanung geändert:

S-Bahn kann weiterfahren

Berlin - Sollte der Autobahn-Stadtring von Neukölln zum Treptower Park weitergebaut werden, wird der Ring der S-Bahn nicht, wie bisher vorgesehen, monatelang unterbrochen. Statt dessen soll jetzt ein Ersatzgleis mit einer Brücke über der Kiefholzstraße gebaut werden. Die Mehrkosten trage der Bund, teilte die Stadtentwicklungsverwaltung mit. Damit gerate die Kostenkalkulation endgültig aus den Fugen, kritisieren die Grünen, die den Autobahnbau ablehnen. kt

NPD-Abgeordneter arbeitete

als Stasispitzel

Berlin - Bei einer Überprüfung der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick wurde gestern bekannt, dass vier der 55 Abgeordneten für den DDR-Staatssicherheitsdienst gearbeitet haben. Nach Informationen des Tagesspiegels ist darunter der Rechtsextremist Fritz Liebenow, der für die NPD in der BVV sitzt. Liebenow soll laut Untersuchung zeitweise als inoffizieller Mitarbeiter tätig gewesen sein. Zwei weitere Abgeordnete finden sich bei der Linken, eine bei der SAG. Bei der nächsten Sitzung am 17. Dezember sollen sich die Abgeordneten äußern. jra

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