Der Tagesspiegel : NACHRICHTEN

Rösler will Zugang zum Medizinstudium erleichtern

Um drohenden Ärztemangel abzuwenden, hat sich Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) für einen leichteren Zugang zum Medizinstudium ausgesprochen. „Ich plädiere für eine Abschaffung des Numerus clausus und für eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). So sage der Notendurchschnitt allein nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde. Er warb auch für eine Ausweitung der Medizin-Studienplätze an den Unis.

Erheblichen Ärztemangel sieht Rösler, der selbst Medizin studiert hat, auf dem flachen Land. „Wir haben eine Überversorgung mit Ärzten in Ballungszentren und schon jetzt eine spürbare Unterversorgung im ländlichen Raum.“ Zudem erreiche in den nächsten Jahren eine große Zahl von Ärzten das Ruhestandsalter. Allerdings sei die „gefühlte Unterversorgung“ größer, als es die Statistiken auswiesen. Über ein verändertes Zuteilungsverfahren für die Medizin-Studienplätze müssten allerdings die Bundesländer befinden, gab Rösler zu bedenken. In seinen Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder habe er eher Zustimmung festgestellt. „Ich würde die Umstellung gerne noch in dieser Legislaturperiode politisch auf den Weg bringen“, sagte der FDP-Politiker. „Wir werden mit den Ländern Wege finden müssen, wie eine zielgenauere Auswahl aussehen kann.“ Rösler schlug vor, Kommunen oder Kassenärztliche Vereinigungen sollten in unterversorgten Gebieten eigene Praxen einrichten. Dort könnten junge Ärzte zunächst als Angestellte arbeiten. „Nach einer gewissen Zeit kann ihnen die Übernahme der Praxis angeboten werden.“ dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar