Der Tagesspiegel : NACHRICHTEN

Leistung unter Durchschnitt

ist kein Kündigungsgrund

Es ist kein Kündigungsgrund, wenn ein Mitarbeiter schlechtere Leistungen als seine Kollegen im Schnitt erbringt. Das ergibt sich aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az.: 10 Sa 875/09). Ein vergleichsweise schlechtes Abschneiden sei kein Beleg dafür, dass ein Arbeitnehmer seine persönliche Leistungsfähigkeit nicht ausschöpft – und nur das wäre ihm unter Umständen auf Dauer anzulasten. In dem Fall ging es um einen Mann, der in der Verpackungsabteilung eines Betriebs der Pharmaindustrie arbeitete und mehrfach wegen Fehlern verwarnt und schließlich gekündigt worden sei. Das stuften die Richter als unzulässig ein. Der Arbeitgeber sei den Nachweis einer „Schlechtleistung“ des Mitarbeiters schuldig geblieben. Ob eine Leistung als solche anzusehen ist, richte sich auch nach dem persönlichen Leistungsvermögen des Arbeitnehmers. Der Arbeitnehmer müsse tun, was er soll, und zwar so gut, wie er kann, so die Richter. In einer Gruppe von Beschäftigten sei schließlich immer einer das Schlusslicht. dpa

Viele Berufstätige

auch nach Dienstende erreichbar

Zwei Drittel der Berufstätigen sind auch in der Freizeit für die Firma erreichbar. Das hat eine repräsentative Befragung der Marktforscher von Aris in Hamburg ergeben. Ein Drittel der Arbeitnehmer ist demnach jederzeit bereit, sich nach Feierabend um dienstliche Anfragen per Internet oder Telefon zu kümmern, ein weiteres Drittel zu festgelegten Zeiten. Das verbleibende Drittel ist nur in Ausnahmefällen oder gar nicht erreichbar. Im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom in Berlin wurden 1000 Personen im Alter ab 14 Jahren befragt. dpa

Bessere Jobchancen

für Finanzfachkräfte

Für Finanzfachkräfte haben sich die Jobchancen gebessert: Derzeit wollen deutlich mehr Unternehmen in diesem Bereich einstellen als früher. Das hat eine repräsentative Studie des Personaldienstleisters Robert Half in München ergeben. Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland plant demnach, im ersten Halbjahr 2010 mehr Jobs im Finanz- und Rechnungswesen zu schaffen. Das entspricht einem Anstieg um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Marktforschungsinstitut Heliview hatte mehr als 3000 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt, darunter 372 aus Deutschland. Auch haben weniger Firmen vor, Finanzfachleute zu entlassen: Nur 9 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Belegschaft in diesem Bereich verkleinern – ein Jahr zuvor waren es noch 14 Prozent. dpa

Frauen: Angaben zu Familienstand schaden in Bewerbung

Stellensuchende sollten im Bewerbungsschreiben nicht zu persönlich werden. „Ich rate davon ab, den Familienstand zu erwähnen“, sagte Svenja Hofert, die in Hamburg als Karrierecoach arbeitet. „Der Arbeitgeber darf das nicht verlangen. Und es ist in größeren Unternehmen auch nicht üblich, danach zu fragen“, sagte Hofert. Gerade Frauen sollten sich bedeckt halten. Die Hoffnung darauf, dass „ledig“ Flexibilität signalisiere, sei eine „Milchmädchenrechnung“, sagte sie. Die Angabe „Familienstand: geschieden“ könne als Hinweis auf ein persönliches Scheitern gedeutet werden. Der größte Nachteil könne aus der Angabe entstehen, als junge Frau zwar verheiratet zu sein, aber noch keine Kinder zu haben. Personalchefs könnten glauben, dass mit baldigem Nachwuchs zu rechnen sei, sagte Hofert.dpa

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