Der Tagesspiegel : NACHRICHTEN

Müttersterblichkeit steigt

in Industrieländern

In vielen Entwicklungsländern geht die Müttersterblichkeit zurück, doch in den Industrieländern USA, Kanada und Dänemark ist sie überraschend gestiegen. Vor allem in den USA sei die Zahl der Frauen, die aufgrund einer Schwangerschaft oder bei der Geburt ums Leben kommen, von 1980 bis 2008 enorm gewachsen, schreiben amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin „Lancet“. So starben in den USA im Jahr 2008 rund 42 Prozent mehr Frauen durch die Schwangerschaft als 1990. Die Müttersterblichkeitsrate, die die Zahl der Todesfälle bei 100 000 Geburten bezeichnet, sei von 12 auf 17 gestiegen. Zwar liege der Zuwachs zum Teil an neuen Messmethoden. Dadurch könne aber nicht der gesamte Anstieg erklärt werden, hieß es. In Kanada stieg die Rate von 6 auf 7, in Dänemark von 7 auf 9. Mögliche Gründe wurden nicht genannt. Insgesamt sei die Müttersterblichkeit in den meisten Ländern jedoch zurückgegangen, berichten die Wissenschaftler weiter. Vor allem China, Ägypten, Ecuador und Bolivien hätten große Fortschritte gemacht. Deutschland lag bei der Untersuchung im durchschnittlichen Bereich für westliche Länder. Hier sterben rund 7 von 100 000 Frauen. dpa

Malta erlaubt verbotene Vogeljagd trotz EU-Kritik

Malta will die nach EU-Richtlinien verbotene Vogeljagd im Frühling trotz scharfer internationaler Kritik wieder erlauben. Wie die Regierung in Valletta bekannt gab, soll die Jagd auf Wachteln und Turteltauben aber nur für eine Woche vom 24. bis zum 30. April stattfinden. Ornithologen hatten Malta in den vergangenen Jahren als die „killing fields“ des Mittelmeeres bezeichnet. Seit Jahren dürfen in dem kleinen Inselstaat Wachteln und Turteltauben auch im Frühling geschossen werden – obwohl dies gegen EU-Richtlinien zum Vogelschutz verstößt. Viele Jäger legen dabei auch auf seltene Greifvögel an. Der Europäische Gerichtshof hatte im vergangenen September entschieden, dass Malta die Jagd nicht mehr gestatten darf. dpa

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