Der Tagesspiegel : NACHRICHTEN

Riesenmolekül aus zwei Atomen

Wissenschaftler der Universität Stuttgart haben aus zwei Atomen ein Molekül hergestellt, das rund tausendmal größer ist als gewöhnliche Moleküle. Möglich wird das durch einen bislang kaum bekannten Bindungsmechanismus. Dabei wird ein Elektron energetisch stark angeregt und kreist in großer Entfernung um den Atomkern. Trifft dieses Teilchen, das nach seinem Entdecker als Rydberg-Elektron bezeichnet wird, auf ein zweites Atom, kann es dieses polarisieren und somit an sich binden: ein Molekül entsteht. Theoretisch wurde eine derartige Bindung bereits vor neun Jahren beschrieben, der praktische Nachweis fehlte bislang. Wie die Forscher um Vera Bendkowsky im Fachjournal „Nature“ (Band 458, Seite 1005) berichten, bestrahlten sie ein spezielles Gas aus Rubidiumatomen mit Laserlicht. Diese Energie regte einzelne Elektronen so stark an, dass sich mehr als 100 Nanometer große Rydberg-Moleküle bildeten. Den Angaben zufolge zählen diese zu den größten bekannten Molekülen, die aus zwei Atomen bestehen. nes

Runder Tisch zur grünen Gentechnik Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will zu einem runden Tisch zum Thema „grüne Gentechnik“ am 20. Mai in Berlin einladen. Dort sollen Verbände, Unternehmen, Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und auch die Kirchen versammelt sein. Hintergrund ist ihre Kritik an dem von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) durchgesetzten Aussaatverbot von genetisch verändertem Mais. Der runde Tisch soll den Auftakt für einen längeren Dialog bilden. „Es geht bei Zukunftstechnologien wie der grünen Gentechnik nicht nur um forschungspolitische Fragen, sondern um eine Wertedebatte mit weitreichenden Folgen“, sagte Schavan. Sie warnte vor einer „reinen Emotionalisierung“ der Diskussion. „Eine Kapitulation vor Gefühlen und Legenden mache ich nicht mit.“ dpa

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