Nahost : Gewalt im Gazastreifen flammt erneut auf

Die Waffenruhe zwischen Hamas und Fatah hat sich als brüchig erwiesen. Bei Kämpfen zwischen den beiden Gruppen im Gazastreifen sind sechs Menschen ums Leben gekommen.

Gaza
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GazaBei blutigen Kämpfen zwischen Palästinensern im Gazastreifen sind ungeachtet einer neuen Waffenruhe sechs Menschen ums Leben gekommen. Die heftigsten Schießereien gab es in Bet Hanun im Norden, wo Hamas-Kämpfer in einem Krankenhaus drei Männer erschossen, nachdem ein Milizionär aus ihren Reihen getötet worden war. Zwei weitere Männer wurden nach Angaben aus Krankenhäusern in Gaza erschossen.

Kämpfer der rivalisierenden Organisationen Fatah und Hamas lieferten sich Schusswechsel, obwohl beide Gruppen sich zuvor unter ägyptischer Vermittlung auf eine Feuerpause geeinigt hatten. Bei neuen Auseinandersetzungen waren am Vortag mindestens drei Palästinenser getötet worden.

Eskalation innerpalästinensischer Gewalt

Nach Angaben der Fatah wurde am Sonntag ein zu der Gruppe gehörendes Mitglied der Präsidentengarde in Gaza von Mitgliedern der radikal-islamischen Hamas vom Dach eines Gebäudes gestoßen und getötet. Später sei ein Hamas-Aktivist auf dem Weg zu einer Moschee von Fatah-Kämpfern überfallen und getötet worden. Die Leiche eines Fatah-Mitglieds wurde in der Nacht zum Montag mit einem Kopfschuss gefunden.

Gleichzeitig verschärften militante Palästinenser im Gazastreifen nach mehreren Tagen der Ruhe erneut ihre Raketenangriffe auf das israelische Grenzgebiet. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, es seien mindestens acht Raketen abgefeuert worden. Binnen eines Monats hätten Mitglieder der radikalen Gruppierungen mehr als 300 Kassam-Raketen und etwa 150 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert, sagte die Sprecherin. (mit dpa)